Dwergte - „Muss ich die 1000 Kalorien vor oder nach den Mahlzeiten zu mir nehmen“, fragt Patientin Hilde Lüthje (Edith Spille) ihren Hausarzt Dr. Brockmöller (Christoph Claus) treuherzig, der ihr gerade diese Diät verordnet hat, weil die Patientin „essen kann, was sie will. Ich wachse einfach nicht“, wie sie versichert. Mit viel Wortwitz und einigen Kalauern versehen ist die plattdeutsche Komödie in drei Akten „De Neegste bidde“ des Autors Hans Schimmel in der niederdeutschen Fassung von Wolfgang Binder, mit der die Theatergruppe Dwergte am Wochenende ihre Premiere vor ausverkauftem Haus feierte. Auch die zweite Vorstellung war ausverkauft. Neu ist Regisseurin Andrea Osterhus, die Käthe Zumbrägel abgelöst hat, die viele Jahre die Theaterstücke in Dwergte eingeübt hat und nun aus Altersgründen ausgeschieden ist.

Der Inhalt des Dreiakters „Der Neegste bidde“ verspricht Verwicklungen und viele komische Situationen, obwohl es in der Arztpraxis von Dr. Brockmöller normalerweise recht beschaulich zugeht. Man kennt seine Mitmenschen: „Wenn einer tot umfällt, sagen mir die anderen Bescheid, dass der Termin frei geworden ist“, kommentiert Sprechstundenhilfe Johanna den Andrang in der Praxis, und ist auch ansonsten eher von der unkonventionellen Art, wenn es um die Behandlung der Patienten geht. Überweisungen gibt es nur selten, denn der Herr Doktor behandelt alles selbst. Allerdings experimentiert er mit allerlei Pülverchen und Kräutern, da er ein Medikament entwickeln will, das alle Krankheiten heilen kann. Versuchsobjekte hat er in Form seiner Patienten genug, bis auf einmal ein paar unbeabsichtigte Nebenwirkungen auftauchen. Zunächst stören sie ihn und auch seine Probanden wenig. Zumindest solange nicht, bis in dem Gemüsegärtchen von Bauer Groth, dem er eines seiner selbst entwickelten Mittelchen gegen Blasenschwäche und Rheuma verschrieben hat, die Pflanzen und Gemüse ein gigantisches Wachstum entwickeln. Dass er zur Düngung auch seinen Eigenurin benutzt hat, erzählt Bauer Grieße auch noch stolz in der Zeitung...

Christoph Claus hat die Rolle des Landarztes übernommen. Annika Wendeln ist seine Sprechstundenhilfe Johanna Hauser, Leon Osterhus spielt einen Pharmavertreter. Als Patienten treten auf: Bauer Michael Groth (Peter Büssing), dessen Riesentomaten genau da wachsen, wo er seinen Nachttopf leert, die Freundinnen Magda Freese (Melanie Wendeln) und Hilde Lüthje (Edith Spille), Heiko Hoffmann (Andreas Bruns), der als Dorfcasanova einen legendären Ruf genießt, der aber beim Arzt ein Mittel gegen bestimmte „Schwächen“ braucht, Willi Schulze (Stefan Lüken), der an Identifikationsproblemen leidet und als Napoleon auftritt, und Renate Krause (Vivien Osterhus), die für einen Konzertbesuch einen „Gelben Schein“ braucht. Dazu kommt Tobias Flerlage als Beamter Walter Schulze vom Institut für Medikamentenzulassung. Für die Maske sorgen Sandra und Benita Robben und als Souffleuse fungiert Christina Einhaus.

Die Zuschauer waren begeistert. Gerade die vielen kleinen Wortspiele und der Wortwitz reizten zum Lachen und zu viel Beifall. „Der Neegste bidde“ wird noch viermal im Jugendheim Dwergte gezeigt: am Freitag, 15., und am Samstag, 23. November, um 19 Uhr, am Sonntag, 17., und am Sonntag, 24. November, jeweils um 14 Uhr. Dann bieten die Freunde der Akteure während der Aufführungen Kaffee und Kuchen an. Karten zum Preis von sieben Euro für die Abend- und zehn € für die Nachmittagsveranstaltungen (inclusive Kaffee und Kuchen) können im Vorverkauf im Hofcafé Debbeler, im Dorfkrug Hochartz und im Kiebitzmarkt Molbergen erworben werden.