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NWZonline.de Sport Motorsport Motorrad

Deutsche Piloten fahren hinterher

27.06.2016

Assen Der Australier Jack Miller hat überraschend den Motorrad-WM-Lauf der Niederlande in Assen in der MotoGP-Kategorie gewonnen. Der Honda-Pilot setzte sich am Sonntag in einem wegen starken Regens neu gestarteten Sprintrennen über zwölf Runden vor seinem spanischen Markenkollegen Marc Márquez und Scott Redding aus Großbritannien auf Ducati durch.

Für die deutschen Motorrad-WM-Piloten war es drei Wochen vor dem Heim-Grand-Prix auf dem Sachsenring nicht so gut gelaufen. Platz acht von Stefan Bradl in der MotoGP sowie Rang zehn von Jonas Folger im Rennen der Moto2 waren noch das Beste, was die Deutschen zu bieten hatten. „Es gibt noch einiges zu tun bis zum Sachsenring“, meinte der zwölftplatzierte Sandro Cortese (Moto2) stellvertretend für alle deutschen Piloten.

In der Kathedrale des Motorrad-Rennsports hatte es eine Premiere gegeben: Erstmals seit 1949 wurde der Grand Prix an einem Sonntag ausgetragen. Wegen einer Vereinbarung mit der Kirche hatte der WM-Lauf bislang immer am Sonnabend stattgefunden. Die Verlegung brachte immerhin zehn Prozent mehr Zuschauer, davon viele Deutsche.

Doch diese brachten ihren Landsleuten kaum Glück. Zwar erreichten diesmal alle das Ziel, wirklich zufrieden war aber keiner. Es auf die Bedingungen zu schieben, wäre zu leicht. Denn zum Teil sintflutartige Regenschauer und empfindliche Kühle gab es in Assen oft.

Am besten kam damit noch Bradl zurecht. Viele Ausfälle nach einem Neustart spülten den Zahlinger auf Aprilia bis auf Rang acht vor. „Ich weiß das realistisch einzuschätzen“, sagte Bradl, der seit dem Wochenende auf Job-Suche ist und unter schwierigen Verhältnissen ein Empfehlungsschreiben abgab.

Den Sieg in der Moto2 holte erstmals in seiner Karriere der Japaner Takaaki Nakagami. Ein positives Gefühl nahm Philipp Öttl in der Moto3-Klasse mit. Nach seiner komplizierten Handverletzung immer noch nicht vollständig genesen, wurde er Elfter. Erstmals gelang in dieser Klasse ein Mahindra-Sieg. Der Italiener Francesco Bagnaia trug sich als Pilot in die Geschichtsbücher ein.

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