Abu Dhabi - Lewis Hamilton streifte seinen Rennoverall ab, zeigte seinen muskulösen und tätowierten Oberkörper und ließ sich von Sebastian Vettel und Max Verstappen mit Rosenwasser bespritzen. Nach einer herausragenden Saison und dem souveränen Sieg im letzten Rennen in Abu Dhabi feierte der Mercedes-Weltmeister ausgelassen. Ferrari-Frontmann Vettel als Zweiter, aber auch der scheidende Fernando Alonso im McLaren waren Teil der großen Hamilton-Show.

„Ich bin so happy“, sagte Hamilton, nachdem er sich mit seinem elften Saisonsieg mit Stil in den verdienten Winterurlaub verabschiedet hatte. Nach der Zieldurchfahrt drehten Hamilton, Vettel und Alonso auf der Start- und Zielgeraden im Parallelflug „Donuts“, dass es nur so qualmte. Die Fans kreischten, nachdem sie ein eher langweiliges Formel-1-Finale gesehen hatten.

Und in Gönnerlaune verteilte Hamilton, der gewohnt reifenschonend fuhr und deshalb nicht zu schlagen war, fleißig Komplimente. Vettel habe „einen fantastischen Job und so viel Druck auf uns gemacht“, sagte der 33-Jährige: „Wir mussten wirklich unser Bestes geben – und so wird es nächstes Jahr wieder sein.“

Und Alonso, der sich mit Platz elf aus der Formel 1 verabschiedete, sei „eine echte Legende, ich habe immer bewundert, was er erreicht hat“, sagte Hamilton über den zweimaligen Weltmeister aus Spanien: „Beim nächsten Rennen werden wir ihn vermissen, er wird dem Sport fehlen.“ Nicht ganz so viele Komplimente hatte Hamilton 2007 verteilt, als er und Alonso Teamkollegen bei McLaren waren.

Hamilton hat trotz seiner fünf WM-Titel und nun 73 Grand-Prix-Siegen noch längst nicht genug. „Für mich ist es noch eine lange Zeit bis zum Aufhören“, sagte er, und Vettel dürfte das als Kampfansage verstehen. Leichter wird es für den Heppenheimer mit dem ersehnten ersten Titel in Rot nicht, doch der 31-Jährige will zurückschlagen. „Wir werden versuchen, ihm im nächsten Jahr einen noch härteren Kampf zu liefern“, sagte Vettel.

Für Nico Hülkenberg war der Arbeitstag schon nach wenigen Kurven beendet. Der Emmericher hob bei einem Duell mit Romain Grosjean in seinem Renault ab, überschlug sich zwei Mal spektakulär und kam kopfüber zum Stehen. „Da ist Feuer. Ich hänge hier wie eine Kuh, seht zu, dass ihr mich hier rausbekommt“, sagte der 31-Jährige am Funk. Streckenposten kamen zum Löschen und befreiten Hülkenberg aus seinem Wrack, der Emmericher stieg unverletzt aus.