Sakhir - Sebastian Vettel hat gleich zum Auftakt des Großen Preises der Formel 1 von Bahrain bei 33 Grad Celsius einen Vorgeschmack auf die eiskalten Attacken seiner Verfolger bekommen. Der dreimalige Weltmeister musste sich im Training am Freitag mit Platz drei begnügen – hinter Kimi Räikkönen (Lotus) und Teamkollege Mark Webber. Das Fazit fiel dennoch solide aus: „Es war ganz okay, das Auto scheint hier zu funktionieren“, sagte Vettel.
Vor der Qualifikation an diesem Sonnabend (12.30 Uhr/RTL) hinterließ aber auch Bahrain-Spezialist Fernando Alonso sowie dessen Ferrari-Teamkollege Felipe Massa einen sehr schnellen Eindruck.
Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone (82) reagiert indes zunehmend gereizt auf die anhaltende Kritik an der Austragung des umstrittenen Grand Prix an diesem Sonntag (14 Uhr/RTL). Er könne trotz der anhaltenden Demonstrationen für mehr Demokratie und Menschenrechte in dem autoritären Golf-Staat keine Probleme erkennen. „Ich frage Euch: Ihr schreibt ja über den Müll“, sagte der Brite vor Journalisten an der Strecke in Sakhir: „Jeder, der wirklich über Menschenrechte reden möchte, sollte vielleicht mal nach Syrien gehen.“ In dem Land tobt seit Monaten ein Bürgerkrieg.
Schon zuvor hatten Eccle-stone und Jean Todt (67), Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, mitgeteilt, dass sie trotz der Proteste an dem Rennen festhalten. In einer Mitteilung brachten sie ihre „Überzeugung zum Ausdruck, dass der Grand Prix von Bahrain dieses Wochenende wie geplant stattfinden sollte“, nachdem der Veranstalter und die Behörden „die Sicherheit für alle Beteiligten garantiert“ hätten.
Ecclestone und Todt „glauben fest daran, dass der Sport oftmals Gutes bewirken kann und die Austragung des Rennens dabei helfen wird, einige der Probleme, die in den Medien aufkamen, zu lösen“. Ecclestone soll rund 40 Millionen Dollar Antrittsgage für das Rennen erhalten.
Die Proteste in Bahrain halten unterdessen an. Auf den Straßen der Hauptstadt Manama und in anderen Orten kam es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Oppositionellen und der Polizei.
Am Freitagabend haben die Behörden in dem arabischen Königreich ein britisches Fernsehteam abgeschoben, weil es vor einer Moschee gedreht hatte.
