• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Sport Motorsport

Todestag: Als die Formel 1 still stand

30.04.2014

Stuttgart Michael Schumacher erlebte den schrecklichen Unfall am 1. Mai 1994 aus nächster Nähe. Der aufstrebende Jung-Star fuhr an jenem schwarzen Sonntag vor 20 Jahren direkt hinter Spitzenreiter Ayrton Senna, als der in der siebten Runde des Großen Preises von San Marino die Kontrolle über seinen Williams-Renault verlor und in der Tamburello-Kurve in eine Betonmauer einschlug. Mit leicht zur Seite geneigtem Kopf saß der Brasilianer leblos im Wrack.

Rund vier Stunden später, um 18.05 Uhr, bestätigte Maria Teresa Sandri, die Chefärztin der Maggiore-Klinik in Bologna, Sennas Tod im italienischen Sender RAI. Bis zu diesem Moment hatte noch die Hoffnung bestanden, der 34-jährige Rennfahrer könnte überleben. „Ich habe den Unfall mitgekriegt, da ich ja hinter ihm fuhr“, berichtete Augenzeuge Schumacher später: „Aber ich hätte nie gedacht, dass es so schlimm sei.“

Beim Abflug raste Senna mit 321 Stundenkilometern über den 5,04 Kilometer langen Kurs. Wie die Telemetriedaten ergaben, krachte er mit 214 km/h in die Mauer. Eine gebrochene Lenksäule hatte den Unfall wohl verursacht. Angeblich hatte Senna deren Umbau selbst gefordert. Bei dem Crash war er von einem losgerissenen Vorderrad schwer getroffen worden und seinen schweren Kopfverletzungen erlegen. Auch in langen Gerichtsverfahren wurden die genauen Umstände nie geklärt.

Senna zählt mit seinen drei WM-Titeln, 41 Siegen und 65 Pole-Positionen nicht nur zu den erfolgreichsten Piloten der Grand-Prix-Geschichte. Es umgab ihn auch eine ganz besondere Aura. Seiner Ausstrahlung konnte sich kaum jemand entziehen. Für Gerhard Berger ist sein langjähriger Teamkollege bei McLaren „der charismatischste und der beste Rennfahrer“, den er in seiner langen Laufbahn kennengelernt habe. „Mit Abstand“, betonte der Österreicher. „Keiner war so schlau, so ehrgeizig, so konzentriert. Und das würde ich sogar auf Michael Schumacher und die heutige Generation mit Sebastian Vettel und Fernando Alonso ausweiten.“

Sennas Tod war nur der traurige Tiefpunkt eines schrecklichen Rennwochenendes. Rubens Barrichello hatte im ersten Zeittraining am Freitag einen spektakulären Flug mit seinem Jordan-Hart in einen Fangzaun wie durch ein Wunder ohne große Verletzungen überstanden. Am Sonnabend dann verunglückte Roland Ratzenberger bei seinem erst dritten Grand Prix im Abschlusstraining tödlich. Wegen eines gebrochenen Flügels an seinem Simtek-Ford raste der 33-jährige Österreicher mit 314 km/h vor der Tosa-Kurve frontal in die Betonbegrenzung.

Beim Europa-Auftakt am Sonntag knallte es schon beim Start das erste Mal heftig: Der Portugiese Pedro Lamy krachte in den stehen gebliebenen Benetton des Finnen JJ Lehto. Durch umherfliegende Fahrzeugteile erlitten neun Zuschauer Verletzungen. Das Rennen wurde hinter dem Safety Car neutralisiert – kurz nach dem Neustart passierte dann das Drama mit Senna.

Aber auch danach ging der dritte Saisonlauf trotz aller Betroffenheit und allen Entsetzens nach 30 Minuten Unterbrechung weiter. Schumacher glückte im Benetton-Ford sein dritter Sieg. „Ich kann mich über den Sieg nicht im Geringsten freuen. Hoffentlich kommt so etwas nie wieder vor“, sagte Schumacher bei der Pressekonferenz. Nach zwei Ausfällen in den Rennen zuvor hatte Senna in Imola sportlich enorm unter Druck gestanden. „Ich hoffe, dass für mich die WM jetzt in Imola erst richtig anfängt“, sagte er vor dem Grand Prix im „Autodromo Enzo e Dino Ferrari“.

Es sollte auf schreckliche Weise ganz anders kommen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.