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NWZonline.de Sport Motorsport

Formel 1: Das bewegt Vettel in diesem Jahr

18.02.2019

Barcelona Das Lampenfieber steigt bei Sebastian Vettel. Noch lange vier Wochen muss er auf den Start seiner wohl wichtigsten Saison im Ferrari warten, doch immerhin gibt es ab diesem Montag zumindest ein wenig Linderung. Bei den Testfahrten in Barcelona darf der Hesse endlich seinen neuen Boliden kennenlernen, „ich kann es kaum erwarten“, sagt Vettel.

Der SF90 soll das Auto sein, das ihn endlich zum ersten Titel in Rot trägt. Mehr noch: Der SF90 muss dieses Auto sein. „Ich glaube daran, dass das Team auf dem richtigen Weg ist“, sagt Vettel: „Man merkt, dass sich die Dinge ändern“.

Der Druck auf die Scuderia ist enorm. 2007 holte Kimi Räikkönen den bis dato letzten Fahrertitel für den berühmtesten Formel-1-Rennstall, ein Jahr später wurde Ferrari letztmals Team-Weltmeister. Für die Ansprüche in Maranello ist das eine viel zu lange Zeit, und deshalb werden die Investitionen in diesem Jahr noch einmal erhöht, teilte Vorstandschef Louis Camilleri unlängst mit.

Immer mehr Geld pumpte Ferrari in den vergangenen Jahren in sein wichtigstes PR-Instrument, wohl auch mehr als die Seriensieger von Mercedes, und das lohnte sich durchaus. Jahr für knabberte Rot den Vorsprung von Silber ab und hatte in der vergangenen Saison über weite Strecken sogar das bessere Auto – doch Fehler in der Weiterentwicklung und auch Missgeschicke von Vettel kosteten am Ende erneut den Titel.

Und deshalb muss auch der Deutsche endlich liefern. Die Zweifel in Italien wuchsen zuletzt durchaus, und mit der Ankunft seines hochtalentierten Teamkollegen Charles Leclerc (21) wird Vettel (31) aus der Komfortzone gerissen. Nicht wenige trauen dem Monegassen zu, an Vettels Status als Ferraris Nummer eins zu kratzen. Räikkönen hatte das in den vergangenen vier Jahren nie wirklich getan.

Klar, sagt Ferraris neuer Teamchef Mattia Binotto zwar, „vor allem am Anfang wird Sebastian unsere Priorität sein, wenn wir Teamentscheidungen treffen müssen. Mit ihm als Speerspitze wollen wir den Titel holen. Aber am Ende geht es nur darum, dass Ferrari gewinnt.“

Vettels Gegner im eigenen Stall ist aber wohl nicht der härteste, das zumindest legen die vergangenen Jahre nahe. Mercedes ist seit der Einführung der Turbo-Hybridmotoren die Messlatte, und daran ändert sich auch vor der Saison 2019 erstmal nichts. „Wir beginnen bei Null und sehen nichts als selbstverständlich an“, sagt Motorsportchef Toto Wolff, der neue W10 soll nach 16-monatiger Entwicklungszeit das sechste Double in Serie aus Fahrer- und Hersteller-WM ermöglichen.

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