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NWZonline.de Sport Motorsport

Motorsport: Wie Jochen Rindt die Formel 1 prägte

05.09.2020

Berlin /Monza Eine Zigarette im Mundwinkel, eine auffällige Nase, die Sonnenbrille, ein verschmitztes Lächeln, ein schlaksiger Gang: lässig, selbstbewusst, charismatisch kam Jochen Rindt daher. Ein Typ, der auf- und gefiel. Ein Draufgänger, sobald er in einem Rennwagen saß. „Er ist mit seinem ganzen Auftreten herausgeragt aus der Masse“, erinnerte sich jüngst sein Schulfreund und heutiger Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko (77).

Mit 28 Jahren gestorben

Jochen Rindt verfolgte in seiner Karriere ein Ziel: Er wollte Formel-1-Weltmeister werden. Als Nina Rindt die von ihrem Mann ersehnte WM-Trophäe endlich entgegennimmt, ist er schon seit zwei Monaten tot. „Es war seine Leidenschaft. Er hat das gemacht, was er liebte“, sagte die Finnin in der ARD-Dokumentation „Jochen Rindts letzter Sommer“ aus dem Jahr 2010.

Vor 50 Jahren, am 5. September 1970, wurde diese Leidenschaft zu Jochen Rindts Verhängnis. In Monza, wo an diesem Sonntag die Enkelgeneration mit dem sechsmaligen Weltmeister Lewis Hamilton und Sebastian Vettel wieder fährt. Im Training zum Großen Preis von Italien verunglückte er tödlich. In der Parabolica krachte Rindt mit seinem Lotus 72 in die Leitplanken. Ursache: eine gebrochene Bremswelle vorne rechts. Rindt wurde nur 28 Jahre alt – und ist der erste und bislang einzige Fahrer, der posthum Formel-1-Weltmeister wurde.

Eltern früh verloren

Auf dem Zentralfriedhof in Graz stehen an Rindts Grab noch heute immer wieder zahlreiche Kerzen. Die Stadt, in der er aufwuchs, erinnert in diesem Jahr an ihn. Gewürdigt wird ein Fahrer, der „der Aufbruch Österreichs zum Motorsport war“, wie es der Journalist Helmut Zwickl in der ARD-Dokumentation sagte: „Er wurde zum Fahrlehrer der Nation und hat allen Nachhilfeunterricht gegeben.“

Dabei war Rindt kein Österreicher. Geboren wurde er am 18. April 1942 in Mainz. Sein Vater war Deutscher, seine Mutter Österreicherin. Als seine Eltern 1943 bei einem Bombenangriff in Hamburg ums Leben kamen, nahmen ihn seine Großeltern in Österreich zu sich. Er blieb Deutscher, doch fuhr er mit österreichischer Rennfahrerlizenz. „Ich fühle mich als Europäer“, sagte er einmal bei einem Auftritt im „Aktuellen Sportstudio“.

1970 gewann Rindt in Monaco nach einer Aufholjagd durch die engen Straßen des Fürstentums. In Zandvoort startete er eine Siegesserie. Doch der Feuertod seines Freundes Piers Courage überschattete das Rennen. Es folgten erste Plätze in Clermont-Ferrand, Brands Hatch und beim Formel-1-Debüt des Hockenheimrings. Bei seinem Heimatrennen auf dem Österreichring schied er zwar aus. Dennoch hatte er mit 45 Punkten als Führender alle Chancen auf den Titel. Dann kam die Monza-Tragödie.

Bis zum vorletzten Rennen konnte der Ferrari-Pilot Jacky Ickx (75) seinen toten Rivalen Rindt noch abfangen. Eine Panne und Platz vier in Watkins Glen verhinderten das aber. Der Belgier war darüber erleichtert. Jahre später erinnerte er sich: „Das Schönste war zu erleben, wie der Weltmeistertitel dann doch noch an Jochen ging.“

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