BU - BUDAPEST/DPA - Die Formel 1 wird in Europa zur rauchfreien Zone. Beim Großen Preis von Ungarn (Rennen am Sonntag, 14 Uhr/RTL) an diesem Wochenende dürfen die Tabaksponsoren letztmals auf Rennwagen, Teamkleidern und Strecken ihre Produkte anpreisen. Am 1. August tritt das von der EU beschlossene Tabakwerbeverbot im Sport in Kraft. Danach qualmen in der „Königsklasse“ des Motorsports zumindest in der „Alten Welt“ nur noch die Motoren.
Die betroffenen fünf Teams müssen Mindereinnahmen in Millionenhöhe verkraften. Geschätzte 300 Millionen Euro „blasen“ fünf Tabakkonzerne in dieser Saison in den Grand-Prix-Sport. Wenn die Whiskey-Marke Johnnie Walker nun für das Zigarettenlabel West zu McLaren-Mercedes kommt, fließt angeblich nur noch ein Drittel der bisherigen rund 50 Millionen Euro an den britisch-schwäbischen Rennstall. Imperial Tobacco stieg bei den Silberpfeilen sogar schon nach dem Training am Freitag aus, da der Konzern wegen des englischen Rechts nach dem 29. Juli seine Werbefläche und die Werbesumme um 20 Prozent reduzieren musste.
Philip Morris warb bisher mit Marlboro auf dem Ferrari und bezahlte Michael Schumachers Gehalt in Höhe von 35 Millionen Dollar. Trotz Werbeverbots unterstützt das
Unternehmen die Scuderia weiterhin. Marktuntersuchungen haben ergeben, dass der rot-weiß lackierte Bolide auch ohne Zigarettenaufdruck mit der gleichfarbigen Marke gleichgesetzt wird.
Ein technischer Defekt hat derweil Michael Schumacher im zweiten Training nach einer Runde gestoppt. „Es gab ein Problem mit der Elektronik“, erklärte der siebenmalige Weltmeister. Ohne Zeit belegte er nur den 24. Platz.
Wie üblich drehten nur am Freitag startberechtigte Testfahrer die schnellsten Runden. Alex Wurz setzte sich zunächst in seinem Silberpfeil durch. Im zweiten Durchgang behauptete sich Toyota-Testpilot Ricardo Zonta (Brasilien) vor dem Österreicher. Der kurz vor dem Titelgewinn stehende Fernando Alonso ließ es an seinem 24. Geburtstag gemütlich angehen. Mit den Plätzen zwölf und acht deckte der spanische Renault-Pilot jedoch die Karten auf seiner Lieblingsstrecke nicht auf.
