BUDAPEST - Rekordweltmeister Michael Schumacher resigniert im Kampf um die vorderen Plätze und stellt sich für den Rest der Formel-1-Saison auf weitere Niederlagen ein. „Mit unserem Paket können wir nicht um die Spitze mitfahren“, sagte der Mercedes-Pilot am Donnerstag in Budapest.

Der 41-Jährige sieht die verbleibenden acht Saisonrennen daher als Chance, den erneuten Angriff auf seinen achten WM-Titel im kommenden Jahr vorzubereiten. „Wir müssen uns darauf konzentrieren, das Auto so hinzubekommen, dass wir in der Zukunft das erreichen, was wir dieses Jahr nicht schaffen“, meinte Schumacher.

Der siebenmalige Champion liegt vor dem Großen Preis von Ungarn an diesem Sonntag (14 Uhr/RTL) mit 38 Punkten abgeschlagen auf Rang neun der Gesamtwertung. Spitzenreiter ist McLaren-Fahrer Lewis Hamilton mit 157 Zählern. Als Ursache für sein bislang ernüchterndes Comeback sieht Schumacher vor allem die Probleme mit dem Silberpfeil.

Von Saisonbeginn an sei die Basis des Autos nicht stark genug gewesen, erklärte der Kerpener. Zudem funktionierten zu oft die technischen Neuentwicklungen nicht wie gewünscht. „Wir probieren in Ungarn, die Updates von Hockenheim so zum Arbeiten zu bekommen, wie es geplant war“, erklärte Schumacher.

Unterdessen verschärft sich die Debatte um die Stallorder. „Es wird Zeit brauchen. Wir müssen eine vernünftige Diskussion mit den Teams und der FIA führen. Wir brauchen eine Lösung“, mahnte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Auslöser der Debatte war das dubiose Überholmanöver bei Ferrari in Hockenheim, als Felipe Massa seinem Teamgefährten Fernando Alonso den Sieg überließ.

Die Stallorder ist seit 2002 verboten. ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk forderte deshalb harte Sanktionen. „Von der Aberkennung von WM-Punkten sowohl für die Team- als auch die Fahrerwertung bis zu einer Suspendierung für einige Rennen ist alles möglich“, sagte er.

Auch Sebastian Vettel reagierte verärgert. „Das war ziemlich offensichtlich, was da passiert ist. Das wirft kein gutes Licht auf uns und unseren Sport“, sagte der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim.

Durch neue Details wird Ferrari weiter belastet. Massa habe beim Großen Preis von Deutschland insgesamt sogar dreimal den versteckten Befehl erhalten, Alonso passieren zu lassen, ehe er Folge leistete. Nun entscheidet der Motorsport-Weltrat des Automobilverbands FIA über Sanktionen gegen Ferrari. Ein Verhandlungstermin steht aber noch nicht fest.