BUDAPEST - Sebastian Vettel fühlte sich nach einem Rennen ohne Siegchance „blöd“, Michael Schumacher hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt: Frustriert gehen die deutschen Formel-1-Piloten in die fünfwöchige Sommerpause. Vettel beendete den Großen Preis von Ungarn in Budapest beim Sieg von Lewis Hamilton auf Rang vier.
Schon der Start verlief alles andere als verheißungsvoll. Der von Rang drei ins Rennen gegangene Vettel scheiterte beim Überholmanöver gegen Romain Grosjean und wurde stattdessen gar von Jenson Button kassiert.
Noch viel schlimmer begann es für Schumacher, der mit einem abgewürgten Motor einen Rennabbruch verursachte und deshalb aus der Box starten musste. Zu allem Übel wurde er später nach einem Reifenwechsel in der Boxengasse geblitzt und musste die sogenannte Pitlane erneut entlangfahren.
Nach 60 von 69 Runden stellte Schumacher seinen Mercedes in der Box ab – das sechste vorzeitige Aus im elften Rennen. „Nach dem Start aus der Boxengasse war klar, dass nicht viel drin ist. Gewisse Rennen muss man so hinnehmen. Man hat klar sehen können, dass wir im Moment nicht konkurrenzfähig sind“, sagte der 43-Jährige.
Nach der Sommerpause will Schumacher aber „voll angreifen“. Sein Mercedes-Kollege Nico Rosberg holte von Startplatz 13 als Zehnter zumindest noch einen Punkt. Leer aus gingen neben Schumacher auch Nico Hülkenberg (Force-India-Mercedes) auf Rang elf und Marussia-Pilot Timo Glock auf Platz 21.
Red-Bull-Fahrer Vettel haderte derweil mit dem Verkehr: „Es ist blöd, wenn man sich anderthalb Stunden bei dieser Hitze abkämpft und dann die ganze Zeit im Verkehr feststeckt.“
Vettel verzweifelte an Button und sendete einen Hilferuf in die Box. „Ich bin eigentlich viel schneller als Button. Wir müssen es über die Strategie machen“, funkte er. „Wir versuchen, was geht“, kam es zurück. „Bitte lasst uns irgendwas probieren“, meinte der Weltmeister. Letztlich holte sich Vettel für die letzten acht Runden frische Reifen. Es reichte zwar für die schnellste Rennrunde kurz vor Schluss, aber nicht mehr fürs Podium.
Anders die Gefühlslage bei Lewis Hamilton (McLaren): „Das war ein unglaublicher Tag“, sagte der Engländer. Weniger zufrieden war Kimi Räikkönen (Lotus): „Zweiter ist ausreichend“, meinte der Finne mit brummiger Stimme. Teamkollege Romain Grosjean war dagegen richtig zufrieden: „Das war ein fantastisches Rennen.“ WM-Spitzenreiter Fernando Alonso fuhr als Fünfter durchs Ziel.
Timo Glock hatte bereits nach dem Qualifying Grund zum Ärgern. Schuld war sein französischer Teamkollege Charles Pic. „Vielleicht versteht er den englischen Funk nicht“, sagte Glock, nachdem ihn Pic trotz Warnung über den Boxenfunk blockiert hatte. Eine Aussprache sei sinnlos. „Es ist zum zweiten oder dritten Mal passiert, das muss das Team lösen.“
