BUDAPEST - Der Verband an der Hand ist nur eine Vorsichtsmaßnahme, dafür bereitet Sebastian Vettel der Blick auf die Ergebnisliste im Moment leichte Sorgen. Fünf Tage nach seinem bis dahin schlechtesten Saison-Ergebnis auf dem Nürburgring musste sich der Weltmeister zum Auftakt des Formel-1-Wochenendes von Budapest mit Rang fünf begnügen. Seine Verfolger tankten dagegen weiter Selbstvertrauen.

Lewis Hamilton war der Schnellste, Geburtstagskind Fernando Alonso, der am Freitag 30 Jahre alt wurde, sein erster Verfolger. Auch Jenson Button im zweiten McLaren und Vettels Teamkollege Mark Webber waren schneller als der Red-Bull-Pilot, der mehr als eine halbe Sekunde Rückstand auf Hamilton hatte. „Ich glaube, es wird eng hier“, sagte Vettel: „Wenn wir hier ganz vorne sein wollen, müssen wir uns bis morgen deutlich verbessern und noch zulegen.“

Die Verletzung an der Hand, die er sich anscheinend bei einer Fahrrad-Reparatur zugezogen hat, sei „nur ein Kratzer. Manchmal tut man sich eben weh. Ich hatte nur zur Sicherheit was drüber gemacht.“, so Vettel. Doch auch ohne großes Handicap wird der WM-Spitzenreiter am Sonnabend kämpfen müssen, um die achte Pole Position des Jahres zu holen.

Der als besonders abergläubisch geltende Alonso hofft dagegen auf ein gutes Omen. „Die 30 ist eine schöne Zahl. Ich werde heute 30 und es wird mein 30. Rennen für Ferrari – die Zeichen stehen gut“, so der Vize-Weltmeister.

Vor dem letzten Rennen vor der Sommerpause an diesem Sonntag (14 Uhr/RTL) führt Vettel die WM-Wertung mit 216 Punkten vor Webber (139), Hamilton (134), der schon am Freitagmorgen schneller unterwegs war als die Konkurrenz, Alonso (130) und Button (109) an.

Nico Rosberg belegte vor seinem 100. Grand Prix Rang sieben direkt vor Mercedes-Teamkollege Michael Schumacher. Somit konnten die Silberpfeile am ersten Tag nicht in die Phalanx der drei Top-Teams einbrechen.