DAYTONA - In Daytona gewann er einen Lauf der Nascar-Serie. Der 31-Jährige war bei Mercedes entlassen worden.
Von Arno Wester
DAYTONA - Für die Formel 1 nicht mehr gut genug, in den USA die große Nummer: Als Juan Pablo Montoya mit dem Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Daytona eine lange sportliche Leidenszeit beendet hatte, rechnete er mit seinen Kritikern ab. Vor allem Michael Schumacher, der sich oft abfällig über die Nascar-Serie geäußert hatte, wurde von dem Kolumbianer an den Pranger gestellt.Schumacher habe überhaupt keine Ahnung, was in der Nascar-Serie wirklich abgehe, schimpfte Montoya. In fast 800 PS starken Autos mit mehr als 300 km/h durch ein Oval zu rasen, sei schwieriger als viele glauben. „Ich bin schon einige Jahre im Oval gefahren und weiß, wovon ich rede. Michael würde sich wahrscheinlich zuerst einmal in die Hose machen“, sagte Montoya.
Vor einem halben Jahr war Montoya nach einigen Eskapaden von seinem Arbeitgeber McLaren-Mercedes vor die Tür gesetzt worden. Der Rauswurf hat den Draufgänger verletzt, bis heute scheint er ihn nicht verwunden zu haben. „Ich will nicht mehr an die Formel 1 erinnert werden“, sagt der 31-Jährige.
In der Nascar-Serie hat sich Montoya schnell eingelebt. „Das ist meine Welt“, sagt der Kolumbianer. Seine Art und seine spektakuläre Fahrweise kommen dort besser an als in der Formel-1- WM, in der die Automobilhersteller offenbar nur noch werbewirksame und angepasste Rennfahrer in den Cockpits dulden. „Die Nascar ist die am schnellsten wachsende und populärste Tourenwagenserie der Welt. Ich werde hier glücklicher sein als in jeder anderen Rennserie.“
Dass glückliche Rennfahrer auch schnell sind, bewies Montoya bei seiner ersten Bewährungsprobe in Daytona. Der 31-Jährige siegte bei der 45. Auflage des Langstreckenklassikers an der Ostküste Floridas mit Salvador Duran (Mexiko) und Scott Pruett (USA) in einem Lexus Riley.
