Jerez De La Frontera - Bernie Ecclestone hat binnen weniger Stunden für große Verwirrung um das Formel-1-Rennen in diesem Jahr in Deutschland gesorgt und die Zuschauer für ein mögliches Aus mitverantwortlich gemacht. Gleichzeitig ruderte der 84-jährige Geschäftsführer in einem Gespräch mit englischen Medien nach der vermeintlichen Absage vom Montag am Dienstag wieder ein bisschen zurück.

Als Begründung für eine mögliche Absage an den Nürburgring nannte Ecclestone das schwindende Publikumsinteresse: „Ich habe keine Ahnung, warum das so ist, es gibt doch einen deutschen Hersteller mit Mercedes, der Weltmeister ist, und in Sebastian Vettel einen Fahrer, der viermal nacheinander die WM gewonnen hat.“

Auf der Internetseite des Nürburgrings, der in diesem Jahr als Ausrichter an der Reihe wäre, taucht der Grand Prix nicht auf. Dennoch brachten sich die Verantwortlichen des Eifel-Rings am Dienstag noch einmal ins Gespräch. Im Interesse der Region und der Motorsportfreunde sei man als Mehrheitsgesellschafter der Ring-Besitzgesellschaft bereit, einen „vertretbaren Verlust“ hinzunehmen, sagte der Aufsichtsratschef Michael Lemler der „Rhein-Zeitung“. Insgesamt müsse das Rennen aber betriebswirtschaftlich sinnvoll sein.

Die Verantwortlichen des Hockenheimrings wollten die jüngsten Aussagen von Ecclestone und die vermeintliche Absage des Rennens in einem Fax an die „Rhein-Zeitung“ tags zuvor am Dienstag nicht kommentieren. Eine Formel-1-Saison ohne ein Rennen in Deutschland gab es zuletzt 1960. „Für Deutschland und Mercedes wäre es eine Katastrophe, denn es gehört definitiv zu den Traditions-Events“, sagte Mercedes-Teamaufsichtsratschef Niki Lauda der „Sport-Bild“.

Der dreimalige Weltmeister hofft, dass alles nur „Säbelrasseln“ ist. Es wäre nicht das erste Mal, wenn es um Verträge mit Streckenbetreibern geht. Und für das Rennen, das am 19. Juli ausgetragen werden sollte, gibt es nach Ecclestones Aussagen weder einen Vertrag mit dem Nürburgring noch mit dem Hockenheimring. „Wir versuchen es hinzubekommen, wir versuchen ihnen zu helfen“, beteuerte Ecclestone und schwächte damit die vermeintliche Absage wieder ein wenig ab.