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Aktualisiert vor 6 Minuten.

Unfall Beim Ahlhorner Dreieck
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NWZonline.de Sport Motorsport

Zielflagge für Hockenheim?

25.07.2019

Hockenheim Zum Abschied wird es noch einmal laut im Motodrom. So laut wie damals, als die Welt noch in Ordnung war. Mick Schumacher steigt in einen Ferrari seines Vaters, er wird ein paar Mal über die Rennstrecke in Hockenheim rasen. „Spektakulär“ werde das sein, sagt Ring-Geschäftsführer Georg Seiler: „Vielleicht bringt es uns ja ein paar Zuschauer mehr.“ Damit der Rahmen stimmt – für das vorerst wohl letzte Formel-1-Rennen auf deutschem Boden an diesem Sonntag (15.10 Uhr/RTL).

Die Königsklasse des Motorsports verkauft sich hierzulande nicht mehr sonderlich gut – deshalb wird sie der Heimat von Michael Schumacher, Sebastian Vettel und Mercedes erst einmal den Rücken kehren. „Ich werde nicht die Tür zuschlagen“, sagt Seiler, „aber ich gehe nicht mehr von einem Rennen im kommenden Jahr aus.“ Formel-1-Boss Chase Carey reagiert ausweichend auf Fragen zur deutschen Zukunft im Kalender, berichtet in der „Sport Bild“ von „komplizierten Gesprächen“. Das Problem für Hockenheim: Ein Grand Prix kostet einfach zu viel Geld. Das Risiko für den Streckenbetreiber ist zu hoch, wenn die Fans wegbleiben.

Seiler wird nach dem Rennen als langjähriger Geschäftsführer abtreten, und er will das Aus für seine Rennstrecke nicht herbeireden. Er verweist auf die Lösungen in der Vergangenheit, schon das Rennen in dieser Saison kam erst kurzfristig zustande, weil Mercedes als Titelsponsor einsprang. Doch für 2020 ist die Situation anders.

Denn es gibt mal wieder zwei neue Strecken im Kalender, dafür müssen alte weichen. Max Verstappen hat in den Niederlanden einen Formel-1-Hype ausgelöst und der 21-Jährige bekommt nun sein Heimrennen in Zandvoort. Zudem feiert der nächste Exot sein Debüt: Die Formel 1 wird erstmals in Vietnams Hauptstadt Hanoi fahren.

Der Kampf um die 21 Rennen ist ein Verdrängungswettbewerb. Wenn ein Standort wie Hanoi „zu Lasten der Traditionsrennstrecken kommt, ist das nicht gut, weil Europa wichtig ist als Kernmarkt. Aber letztendlich geht die Formel 1 dahin, wo das große Geld bezahlt wird. Aus wirtschaftlicher Sicht kann man es ihr nicht verübeln.“

Und das Problem liegt auch auf der anderen Seite. Denn die Unterstützung von Mercedes ist die große Ausnahme – ansonsten wartete Hockenheim stets vergeblich auf Hilfe etwa von der Öffentlichen Hand beim Stemmen des Projekts Großer Preis von Deutschland. „Ich bedauere, dass kein Mensch in der Region bereit ist, etwas für die Formel 1 zu tun“, sagt Seiler. Wer die Formel 1 in Deutschland wolle, der müsse helfen. Mick Schumacher allein wird das Problem nicht lösen.

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