IMOLA - Die Entscheidung fiel nach dem zweiten Boxenstopp. Schumacher wehrte alle Angriffe von Fernando Alonso ab.

Von Ulrike Weinrich

IMOLA - Michael Schumacher strahlte nach seinem Husarenritt mit der Sonne um die Wette, Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hatte vor Aufregung Herzschmerzen, und 100 000 Tifosi verwandelten Imola in ein Tollhaus: Schumacher wurde nach seinem so sehnlichst erhofften Heimsieg im Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Weltmeister Fernando Alonso von Montezemolo sofort in die Arme geschlossen.

„Ferrari ist wieder da, und Michael ist immer noch die Nummer eins. Aber solche Rennen sind Gift für mein Herz“, sagte der Italiener nach dem Großen Preis der Formel 1 von San Marino. Während Montezemolo in punkto Zukunftsplanung mit einer schnellen Entscheidung von Schumacher rechnet, ist für Teamchef Jean Todt die Sache längst klar: „Michael wird Ferrari nie mehr verlassen.“

Schumacher, von vielen im Titelrennen zuvor abgeschrieben, darf nun wieder von seiner achten WM-Krone träumen. Er fuhr auf der letzten Rille, wehrte die Angriffe Alonsos mit dem Mut der Verzweiflung ab und verwies den Renault-Piloten schließlich mit zwei Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz.

Die Entscheidung fiel nach dem zweiten Boxenstopp, als Schumacher knapp vor Alonso auf die Strecke zurückkehrte. „Ich habe da nur noch gehofft, dass ich vor ihm rauskomme. Das war die halbe Miete“, erklärte der Triumphator. In der WM-Wertung verbesserte sich der 37-Jährige mit nun 21 Punkten auf den zweiten Rang. Allerdings beträgt Schumachers Rückstand vor dem Heimspiel in zwei Wochen (7. Mai) auf dem Nürburgring auf den weiter souverän führenden Alonso 15 Zähler.

Erstmals in diesem Jahr gab es keinen Erfolg für das schier übermächtige Renault-Team, das sich allerdings als fairer Verlierer zeigte. „Das war ein super Rennen und fantastisch für die Formel 1. Ich wünsche mir, dass wir nur solche Rennen hätten“, sagte Renault-Teamchef Flavio Briatore. Auch Weltmeister Alonso war über die Niederlage in Imola nicht traurig: „Wenn der andere Fahrer keinen Fehler macht, ist es sehr schwer, hier zu überholen. Doch diesen Gefallen hat mir Michael nicht getan.“

Das Rennen auf dem 4,933 Kilometer langen Kurs begann turbulent. Noch in der ersten Runde überschlug sich der Niederländer Christijan Albers (Midland-Toyota) nach einer spektakulären Karambolage mit dem Japaner Yuji Ide (Aguri-Honda) mehrfach. Albers verließ das Wrack aber selbstständig und unverletzt.