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NWZonline.de Sport Motorsport

Formel 1: Mercedes feiert Doppelerfolg in Imola

02.11.2020

Imola Überschwänglich stemmte Lewis Hamilton seinen Teamchef Toto Wolff nach dem nächsten Formel-1-Rekord in die Höhe. Mit seinem Sieg in Imola hat der WM-Spitzenreiter das Mercedes-Team am Sonntag vorzeitig zum siebten Konstrukteurstitel in Serie geführt und damit eine weitere Bestmarke aus Michael Schumachers Ära übertroffen. „Davon werde ich irgendwann mal meinen Enkeln erzählen“, schwärmte Hamilton nach seinem neunten Erfolg im 13. Saisonlauf. Schumacher hatte einst zu besten Zeiten mit Ferrari sechsmal in Serie die Team-WM gewonnen. „Das ist ein riesiger, stolzer Moment“, beteuerte Boss Wolff und kündigte ein paar Runden Gin-Tonic an.

Vettel enttäuscht

Mit dem 93. Grand-Prix-Erfolg ist Hamilton auch seiner siebten Weltmeisterschaft ganz nah, schon in zwei Wochen in der Türkei könnte er hier zu Schumacher aufschließen. „Das ist der Geist dieses Teams, ich bin dankbar, ein Teil davon zu sein“, sagte der 35-Jährige, ehe er auf dem Podium einen Schluck Champagner aus dem Schuh des drittplatzierten Renault-Piloten Daniel Ricciardo schlürfte.

Zweiter im Großen Preis der Emilia Romagna wurde Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas, der von der Pole Position gestartet war. Der Finne hatte sich schon in der zweiten Runde sein Auto beschädigt, profitierte aber vom späten Reifenplatzer des Red-Bull-Piloten Max Verstappen. In der Gesamtwertung hat Hamilton nun vier Rennen vor Schluss 85 Punkte Vorsprung auf Bottas.

Für Sebastian Vettel wurde auch das dritte Italien-Heimspiel von Ferrari in diesem Jahr zum Ärgernis. Nach der Enttäuschung in der Qualifikation mit Startplatz 14 zögerte er im Rennen seinen Reifenwechsel lange hinaus und war deshalb sogar Vierter. Doch dann patzte seine Boxencrew schwer, brauchte 13,1 Sekunden für den Stopp. „Der hat uns das Rennen gekostet“, sagte der 33-Jährige bei Sky. So verpasste der Hesse als Zwölfter die Punkteplätze.

Kurs mit viel Geschichte

Nach 14 Jahren war die Formel 1 auf das Autodromo Enzo e Dino Ferrari zurückgekehrt. „Da steckt sehr viel Geschichte drin, gute und schlechte. Jeder, der die Formel 1 verfolgt, kennt Imola“, sagte Vierfach-Weltmeister Vettel vor dem Start. Vor allem das schwarze Wochenende 1994 mit dem Tod von Ayrton Senna und Roland Ratzenberger hat sich tief ins Gedächtnis der Motorsport-Fans gebrannt.

Seither ist der Kurs mehrfach umgebaut worden und inzwischen deutlich sicherer. Zugleich aber ist mit den modernen Boliden das Überholen enorm schwierig. So entwickelte sich ein lange eher spannungsarmer Grand Prix, der phasenweise einer Prozession glich.

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