IMOLA/PARIS - IMOLA/PARIS/SID/DPA - Der Formel 1 droht ein neuer Skandal, der bis zum Ausschluss des unter Betrugsverdacht stehenden Teams BAR-Honda führen könnte. Laut eines Berichts der Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“ soll in den BAR-Rennautos ein geheimer Zusatztank eingebaut worden sein, der allerdings nicht in den technischen Zeichnungen enthalten ist, die das Rennteam dem Automobil-Weltverband FIA vor der Saison übermittelt hat.
FIA-Präsident Max Mosley kündigte Konsequenzen an: „Wenn jemand beim eindeutigen und absichtlichen Betrug erwischt wird, wird er von der WM ausgeschlossen. Egal, wer es ist.“ BAR-Boss Nick Fry wies alle Anschuldigungen zurück: „Wir haben absolut nichts zu verbergen. Das Team ist im Besitz von zwei großen internationalen Unternehmen mit hoher Integrität. Glaubt wirklich jemand, dass wir absichtlich gegen das Reglement verstoßen hätten? Nein, wir haben nichts versteckt“, erklärte der Brite und betonte: „Die FIA hat unser System mehrfach geprüft und nichts einzuwenden gehabt. Wenn uns jemand schwächen will, wird das so sicher nicht funktionieren.“
Bereits am Sonntag nach dem Großen Preis von San Marino in Imola hatte es erste Anzeichen für Unregelmäßigkeiten am Auto des Briten Jenson Button gegeben. Der BAR-Honda soll beim Wiegen nach dem Rennen unter dem vorgeschriebenen Mindestgewicht von 600 Kilogramm gelegen haben. Button war zwar nicht disqualifiziert, sondern als Dritter gewertet worden, doch gegen die Entscheidung der Rennkommissare legte die FIA Einspruch ein. Die Verhandlung wird am 4. Mai vor dem FIA-Berufungsgericht in Paris stattfinden.
