JEREZ - Michael Schumachers Weg zurück in die Formel 1 beginnt diesen Dienstag in Jerez. Auf der Rennstrecke in Andalusien wird sich der Rekordweltmeister mit dreitägigen privaten Testfahrten in einem GP2-Auto auf sein Comeback vorbereiten. Das gaben Schumachers Mercedes-Team und die GP2-Serie am Montag bekannt.

Bis Donnerstag wird der 41-Jährige Fahrpraxis sammeln. Dabei geht es vor allem darum, ob sein bei einem schweren Motorradsturz im Februar 2009 verletzter Nacken den Belastungen in einem Rennauto über eine komplette Renndistanz von mehr als 300 Kilometern standhält.

Im August 2009, als er bei Ferrari als Ersatzmann für den verletzten Brasilianer Felipe Massa einspringen wollte, hatte Schumacher private Testfahrten in einem Formel-1-Ferrari aus der Saison 2007 absolviert. Danach waren bei ihm Beschwerden aufgetreten, die die Absage des Comebacks erzwangen.

Bei seiner Vorstellung als Mercedes-Pilot am 23. Dezember hatte Schumacher versichert, dass sein Nacken inzwischen vollständig verheilt sei. „Ich habe mich akribisch vorbereitet und jetzt alle Übungen gemacht, die ich im Sommer nicht aushalten konnte“, hatte Schumacher gesagt: „Ich habe auch die Bestätigung von meinem Arzt, dass ich keine Befürchtungen haben muss.“

Während Schumachers Ex-Rennstall Ferrari in dieser Woche in eine neue Ära startet und sich als erstes Formel-1-Team der Öffentlichkeit präsentiert, testet der Kerpener unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ein GP2-Bolide hat rund 600 PS und kommt damit einem Formel-1-Auto (rund 750 PS) recht nah. Zudem werden wie in der Königsklasse profillose Slick-Reifen verwendet, elektronische Fahrhilfen sind verboten.

Probleme könnte das Wetter bereiten. Zwar liegt in Andalusien nicht wie in anderen Teilen Spaniens Schnee, allerdings ist für Dienstag und Mittwoch Regen angesagt.

Schumachers Probefahrten wurden vom Automobil-Weltverband FIA und dem Formel-1-Testkomitee genehmigt. Testfahrten mit Formel-1-Autos sind derzeit noch nicht erlaubt. Erst vom 1. bis 3. Februar in Valencia stehen die ersten offiziellen Termine auf dem Programm. Das erste Rennen des Jahres findet am 14. März in Bahrain statt.

Der Weltverband geht indes gegen die Aufhebung der lebenslangen Sperre für den früheren Renault-Teamchef Flavio Briatore in Berufung. Dies kündigte FIA-Präsident Jean Todt am Montag an. Der Einspruch wurde aber noch nicht eingereicht, er wird laut Todt derzeit vorbereitet.