KUALA LUMPUR - Der Weltmeister übernahm auch die Führung in der Gesamtwertung. Ralf Schumacher landete nur auf Rang 15.

von Lars Becker

KUALA LUMPUR - Weltmeister Fernando Alonso und Teamkollege Lewis Hamilton haben die Leidenszeit der Silberpfeile beendet und McLaren-Mercedes nach 546 Tagen wieder einen Sieg in der Formel 1 beschert – und dann gleich einen doppelten. „Der Osterhase hat uns silberne Eier gebracht“, sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Nach dem Pannenjahr 2006 träumt der Autokonzern aus Stuttgart jetzt sogar vom ersten WM-Titel seit Mika Häkkinens Triumph 1999. Das zuvor dominante Ferrari-Team wurde im heißesten Rennen des Jahres kalt erwischt, Kimi Räikkönen (Finnland) belegte nach seinem Auftaktsieg nur den dritten Platz und musste die WM-Führung an den Spanier Alonso abgeben. Bester Deutscher war der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, der im BMW-Sauber wie in Melbourne Vierter wurde. Ralf Schumacher erlebte ein Debakel; der Toyota-Pilot wurde überrundet und kam nur als 15. ins Ziel. Nico Rosberg (Wiesbaden/Williams-Toyota) und Adrian Sutil (Gräfelfing/Spyker-Ferrari) schieden aus.

Nach der Rückkehr auf die Siegerstraße versammelte Haug seine Mannschaft zum ersten Siegerfoto seit dem 9. Oktober 2005 in Japan: „Wenn hier etwas geht, geht überall was. Der Zweikampf mit Ferrari könnte die WM bestimmen, aber der WM-Titel ist unser Anspruch.“ Alonso übernahm mit 18 Punkten die Führung in der WM-Wertung nach zwei von 17 Rennen vor Räikkönen (16).

Die Entscheidung in Malaysia fiel vor 115 000 Zuschauern schon beim Start, als Alonso und Hamilton an dem aus der Pole Position gestarteten Ferrari-Piloten Felipe Massa (Brasilien) vorbeizogen. Im Ziel hatte Alonso bei seinem ersten Sieg für McLaren-Mercedes und dem 16. seiner Karriere komfortable 17,5 Sekunden Vorsprung vor dem Teamkollegen Hamilton.

Zufrieden war Heidfeld mit seinem vierten Platz. „BMW wieder die dritte Kraft, einen Ferrari besiegt – das war das absolute Maximum. Dass ich wieder die deutsche Nummer eins bin, ist mir egal – mein Ziel ist es, ganz oben zu stehen“, meinte der Mönchengladbacher, der zum zweiten Mal in seiner Karriere sogar für zwei Runden an der Spitze fuhr.