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NWZonline.de Sport Motorsport

Machtspiele des Weltverbandes auf Kosten der Fahrer Interview Tourenwagen-Champion Klaus Ludwig kritisiert FIA-Präsident Mosley und Ferraris Sieg

21.06.2005

Von Oliver Schulz

Frage: Die Formel 1 hat am Sonntag in Indianapolis mit dem Rennboykott der sieben Michelin-Teams einen der größten Skandale erlebt. Wer ist Ihrer Meinung nach der Hauptschuldige?

Ludwig: Eindeutig der Weltverband. Nicht nur ich habe eine Riesenwut auf die FIA. Die hat sich von Beginn an gegen einen Kompromiss im Sinne der Sicherheit gestellt. Präsident Max Mosley ist in seiner Selbstherrlichkeit kaum zu überbieten.

Frage: Der Boykott ging aber von den Renn-Teams mit Michelin-Reifen aus. Warum ist dann die FIA Schuld?

Ludwig: Weil die FIA nie im Sinne der Rennfahrer und deren Sicherheit entscheidet. Das sieht man dem ganzen Regelwerk an. Der Aufbau einer Schikane vor der Steilkurve, in der Ralf Schumacher am Freitag verunglückt war, wäre gut möglich gewesen. Dann wären dort im Rennen eben alle Autos langsamer gefahren. Zudem hätte man neue Reifen zulassen können. Aber darum ging es gar nicht. Die FIA wollte Muskeln spielen lassen und ihre Macht beweisen. Auch auf Kosten der Rennfahrer.

Frage: Aber Michelin hat doch den Fehler begangen und nicht wettbewerbsfähige Reifen geliefert. . .

Ludwig: Die Sicherheit muss absolut gewährleistet sein – und das war sie nicht. Aber muss man ein ganzes Rennen, die Königsklasse des Motorsports auf dem weltgrößten Automobilmarkt, opfern? In dieser Notstandssituation ist der Weltverband stur geblieben und steht jetzt vor einem riesigen Imageschaden.

Frage: Sieger Michael Schumacher ist zum Buhmann geworden. Schon während des Rennens flogen Bierbecher auf die Piste, während der Siegerehrung gab es viele Pfiffe. Wie hätte Ferrari reagieren sollen?

Ludwig: In dem Spiel konnte es keine Gewinner geben. Das musste Ferrari klar sein. Der Doppelsieg brachte zwar 18 Punkte in der Weltmeisterschaft, Ferraris Ruf in Motorsportkreisen wird er sicher nicht verbessern. Die Bridgestone-Teams Jordan und Minardi hatten die Schikane akzeptiert, Ferrari nicht.

Frage: Die Formel 1 steht vor einem großen Scherbenhaufen. Ist die wichtigste Motorsport-Klasse überhaupt in der Lage, sich von innen heraus zu erneuern?

Ludwig: Ich habe da große Zweifel. Da ändert sich nix. Und wo gibt es das noch, dass alte Männer in einem milliardenschweren Unternehmen mit einer derartigen Machtfülle ausgestattet sind – außer vielleicht im Vatikan?

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