MANAMA - Sieg für Felipe Massa, WM-Führung für Kimi Räikkönen – Ferrari hat den Angriff von BMW in der Wüste von Bahrain mit dem 77. Doppelsieg der Geschichte noch einmal abgewehrt. Der deutsche Autobauer konnte sich mit der historischen Führung in der Marken-WM, den Plätzen drei für Robert Kubica und vier für Nick Heidfeld und der ersten Pole Position der Geschichte trösten. Mercedes büßte nach einem schwarzen Sonntag mit Platz 13 für den überrundeten Lewis Hamilton die WM-Spitze ein. Der Sex-Skandal um FIA-Präsident Max Mosley sorgte derweil weiter für Wirbel.
„Wir sind nah dran am ersten Sieg, aber Ferrari war noch einen Tick schneller“, sagte Heidfeld mit Blick auf zwei zweite und einen dritten Rang: „An die Fahrer-WM denke ich noch nicht, obwohl ich natürlich irgendwann Weltmeister werden will.“ In der WM ist er mit 16 Punkten jetzt Zweiter hinter Räikkönen (19) und liegt vor dem bisher führenden Hamilton (14). In der Marken-WM liegt BMW mit 30 Zählern vor Ferrari (29) und McLaren-Mercedes (28), das ist der bisherige Höhepunkt in der Formel-1-Geschichte der Münchner.
Jubel gab es auch bei Massa, der mit dem sechsten Sieg seiner Karriere die richtige Antwort auf die heftige Kritik nach den beiden Nullnummern zum Saisonauftakt gab. „Ich hatte die schlechten Rennen im Kopf, aber ich habe den Sieg nach Hause gebracht. Ich durfte keinen Fehler machen, weil die BMW verdammt schnell waren“, meinte Massa.
Der Brasilianer lag nach 57 Runden 3,3 Sekunden vor Räikkönen, der diesmal nicht per Teamorder überholen durfte. Es war zu knapp, denn der Pole Kubica (4,9 Sekunden zurück) und Heidfeld (8,4) waren Ferrari dicht auf den Fersen.
Am Rande der Strecke wurden die Rufe nach einem Rücktritt des in einen Sex-Skandal verwickelten Mosley immer lauter. „Je länger er bleibt, desto größer wird der Schaden für die Formel 1. Kein Autohersteller kann sich von ihm mehr vertreten lassen“, sagte Ex-Weltmeister Jackie Stewart der Bild am Sonntag: „Ein Rücktritt ist seine einzige Option, besser heute als morgen.“
