MONTE CARLO - Dank einer grandiosen Fahrleistung, einer riskanten Taktik und Nerven aus Stahl hat Sebastian Vettel das Rennen aller Rennen gewonnen. Der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim ließ sich weder von einem verpatzten Boxenstopp noch von wild jagenden Weltmeister-Rivalen oder Safety-Car-Phasen in dem dramatischen Formel-1-Klassiker am Sonntag in Monaco aus der Ruhe und Erfolgsspur bringen. Ich fühle mich sehr geehrt, meinen Namen auf der Liste der Sieger zu sehen, sagte Vettel.
Erster Sieg in Monaco
Der amtierende Weltmeister feierte vor Alonso im Ferrari und Jenson Button im McLaren seinen ersten Sieg beim Großen Preis von Monaco. Der 23-jährige, der mit fünf Siegen und einem zweiten Platz den Startrekord von Schumacher und Nigel Mansell egalisierte, vergrößerte seinen Vorsprung in der WM-Wertung dadurch auf 58 Punkte gegenüber dem Monaco-Sechsten Hamilton (85). Vettels Teamkollege Mark Webber ist Dritter (4. Platz in Monaco/79) vor Button (76).
Ein ganz besonderes Rennen, ein ganz besonderer Sieg, gratulierte Red-Bull-Teamchef Christian Horner seinem Piloten nach den dramatischen zwei Stunden. Ich hab gedacht, das ist die einzige Chance, das Rennen zu gewinnen. Es war ganz schön knapp, betonte Vettel.
Michael Schuhmacher erlebte ein weiteres Desaster. Der Silberpfeil blieb nach nicht mal der Hälfte des Rennens stehen. Aus dem heutigen Tage können wir nicht allzu viel Positives mitnehmen, sagte er. Teamkollege Nico Rosberg erging es auch nicht viel besser: Platz elf.
Adrian Sutil schaffte es im Force India hingegen auf den siebten Rang, Nick Heidfeld wurde im Lotus Renault Achter. Timo Glock schied mit seinem Virgin Marussia aus.
Die 20. Pole seiner Karriere verteidigte Vettel souverän. Nachdem sich der Red Bull einen sicheren Vorsprung rausgefahren hatte, büßte er seine Führung nach dem ersten Reifenwechsel aber schon ein. Button kam nach vorn und leistete sich einen packenden Zweikampf mit Vettel. In das Duell mischte sich gegen Ende Alonso ein.
Hamilton bestraft
Für Hamilton war das Rennen früh gelaufen: Bestraft in der Qualifikation und gestartet von Platz neun suchte er sein Glück in der Offensive. Ein gewagtes Überholmanöver gegen Felipe Massa bestraften die Rennkommissare prompt: Durchfahrtsstrafe. Verärgert über diese Entscheidung sagte Hamilton . Das ist ein Witz. Vielleicht ist es deshalb, weil ich schwarz bin.
Die letzten 25 Runden waren von Taktik geprägt: Alonso hing Vettel fast im Heck, ehe es durch einen Unfall sechs Runden vor Schluss durch Witali Petrow zu einer Safety-Car-Phase kam. Während der Krankenwagen zur Unfallstelle des Renault-Piloten kam, machte sich der Rest zum Neustart bereit. Nach 21-minütiger Pause ging es weiter mit Vettels Siegesfahrt.
