NüRBURG - FIA und Fota kommen sich näher, Max Mosleys Abschied wird immer wahrscheinlicher, und sein möglicher Nachfolger Ari Vatanen steht schon vor der Tür: Die Formel 1 wartet sehnsüchtig auf das Friedensabkommen, das bereits an diesem Mittwoch unterschrieben werden könnte.
Dann soll der Sparplan auch von den rebellierenden Mannschaften der Rennstallvereinigung Fota akzeptiert werden. Das sieht der Automobil-Weltverband FIA als Voraussetzung für das neue Concorde Agreement an, in dem die Zuständigkeiten für das Reglement und die Verteilung der Einnahmen geregelt werden.
Die Reizfigur Mosley dürfte dann wohl auch das Spielfeld verlassen, zumindest wenn man Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone glaubt. Der 78 Jahre alte Brite ist davon überzeugt, dass sein Freund und Landsmann sich im Oktober wie versprochen aus dem Amt des FIA-Präsidenten zurückzieht. „Solange ich Max kenne, hat er sich immer an seine Ankündigungen gehalten. Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass er alles einhalten wird, was er versprochen hat“, sagte Ecclestone einer Zeitung.
Mosley hatte am 24. Juni in Paris bei einem Treffen mit der Teamvereinigung Fota seinen Abschied angekündigt, danach aber wieder infrage gestellt, weil er sich von einigen Aussagen aus Fota-Kreisen gekränkt fühlte.
Genauso wie von Mosleys Abschied ist Ecclestone auch überzeugt, dass die Spaltung der Formel 1 abgewendet wird. „Es gibt vielleicht ein paar Leute in allen Teams, die gerne eine Alternativserie machen würden. Ich glaube aber nicht, dass es dazu kommen wird“, sagte er.
Das hofft auch der frühere Rallye-Weltmeister und viermalige Dakar-Sieger Vatanen, der am Freitag seine Kandidatur für den Posten des FIA-Chefs angekündigt hatte. Der 57 Jahre alte Finne startete am Wochenende auf dem Nürburgring seine Wahlkampf-Tour und drückte seinen Respekt für die Arbeit
Mosleys seit dessen Amtsantritt 1993 aus.
Dennoch plädierte er für einen Kurswechsel. Unter anderem wolle er die Hersteller noch stärker einbinden, anstatt sie zu bekämpfen. Sollten die Fota-Teams aus Frust die Formel 1 verlassen, wäre die FIA nur noch eine leere Hülle: „Wir wollen nicht Zeuge der Zerfalls der FIA sein.“
Ungewiss ist weiter die Rettung des Formel-1-Rennens auf dem Hockenheimring. Auch ein Treffen zwischen Rechtevermarkter Bernie Ecclestone und dem früheren Mercedes-Chef Jürgen Hubbert als Vertreter der baden-württembergischen Landesregierung brachte am Sonntag keine Entscheidung. Ecclestone versicherte erneut: „Wir werden einen Weg finden, dass in Hockenheim auch weiterhin ein Grand Prix stattfindet.“
