NüRBURGRING - Nach dem schrecklichen Feuerunfall beim dritten Lauf zur deutschen Langstrecken-Meisterschaft auf dem Nürburgring könnten die Tage der legendären Nordschleife gezählt sein. Für den 43-jährigen Leo Löwenstein aus Laudenbach (Hessen) kam am Streckenabschnitt „Bergwerk“, wo Niki Lauda vor fast 34 Jahren (1. August 1976) den wohl legendärsten Unfall der Formel-1-Geschichte mit schwersten Verbrennungen wie durch ein Wunder überlebt hatte, jede Hilfe zu spät.

Aus Respekt vor den Angehörigen – Löwenstein hinterlässt Ehefrau und vier Kinder – gab der Veranstalter eine Rauchgasvergiftung als Todesursache an. Leo Löwenstein, Besitzer eines Weingutes in seiner Heimatgemeinde, galt durch zahlreiche Teilnahmen an verschiedenen Langstreckenrennen als routinierter Fahrer und Kenner der 24,369 Kilometer langen Nordschleife.

Zu dem fatalen Unfall war es in der 22. Runde gekommen, als Löwenstein mit seinem Aston Martin GT4 mit einem BMW- und einem Lexus-Fahrer kollidierte. Dabei wurde der Aston Martin hoch in die Luft katapultiert, landete rechts auf einer Leitplanke und riss anschließend einen schützenden FIA-Zaun, hinter dem Streckenposten standen, auf einer Länge von rund 80 Metern nieder.

Beim Aufprall auf die Leitplanke wurde das Heck des Aston Martin schwer beschädigt und ging in Flammen auf. Der Veranstalter leitete umgehend Rettungsmaßnahmen ein. Dennoch starb Löwenstein, der sich nicht selbstständig aus dem Fahrzeug befreien konnte, noch an der Unfallstelle. Nach einer Untersuchung des Unfallfahrzeugs will Aston Martin erklären, wie es passieren konnte, dass Löwensteins Rennwagen in Brand geraten konnte.

Löwenstein ist das insgesamt siebte Todesopfer in der seit 1977 ausgetragenen deutschen Langstrecken-Meisterschaft (VLN). Der letzte Unfall mit Todesfolge ereignete sich vor beinahe neun Jahren. Am 4. August 2001 erlag der Essener Rennfahrer Ulrich Richter nach einer Kollision seinen schweren inneren Verletzungen – ebenfalls auf der Nordschleife.

Das Rennen am Sonnabend wurde nach dem Unfall abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt waren etwa dreieinhalb Stunden der vorgesehenen vier Stunden zurückgelegt. Chris Mamerow und Wolf Henzler (Castrop-Rauxel/Nürtingen) wurden in einem werksunterstützten Porsche 911 GT3-R offiziell als Sieger erklärt.