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NWZonline.de Sport Motorsport

Sieg im Rennen gegen Schicksal

25.09.2018

Oldenburg Fast zehn Jahre ist es her, dass der Oldenburger Sönke Petersen am Pfingstmontag 2009 im niederbayerischen Abensberg bei einem Rennen der Speedway-U-21-Nationalmannschaft schwer verunglückte. Der damals 20-Jährige brach sich drei Lendenwirbel und ist seitdem querschnittsgelähmt.

Petersen, der als eines der größten deutschen Speedway-Talente galt, gab in der Folge aber nicht auf. Im Gegenteil: Er arbeitete sich im Zentrum für Rehabilitation in Pforzheim (Baden-Württemberg) aus dem seelischen und körperlichen Tief heraus, absolvierte in Oldenburg sein Fachabitur und studiert mittlerweile im neunten Semester Maschinenbau mit den Schwerpunkten Produktentwicklung und Produktmanagement an der Fachhochschule Pforzheim.

„Mein Ziel ist der Masterabschluss“, sagte der mittlerweile 29-jährige Rollstuhlfahrer bei einem Besuch in Oldenburg, „wenn ich den habe, möchte ich gerne beruflich in den Norden Deutschlands zurückkehren.“

Dabei interessiert sich der gelernte Kfz-Mechatroniker in beruflicher Hinsicht eher für den Schiffbau und nicht für die Autoindustrie: „In der Automobilentwicklung muss alles möglichst wenig Geld kosten, aber im Schiffbau, bei Privatjachten zum Beispiel, kann man sich als Ingenieur ausleben.“ Dem Motorsport ist Petersen trotz seiner Behinderung erhalten geblieben. „Ich fahre mit umgebauten Motorrädern noch Motocross und auch Quad, aber alles nur zum Spaß“, bekennt der ehemalige Rennfahrer.

Inzwischen hat er aber auch als Funktionär im Motorsport einiges erreicht, so besitzt er die Lizenzen als Sportkommissar und Rennleiter des Deutschen Motor-Sport-Bundes (DMSB) und des Motorradweltverbandes FIM. Zudem hat er Trainerlizenzen erworben, ist sehr erfolgreich für die Jugendorganisation des DMSB unterwegs und vertritt als Fachreferent Bahnsport die Belange der Fahrer auch beim Deutschen Motorsport-Verband.

Zudem betreut Petersen in der 2. Speedway-Bundesliga erfolgreich die „Black Forest Eagles“ Berghaupten (Baden-Württemberg), mit denen er schon zweimal Meister wurde, und er vertreibt national wie international die von ihm entwickelten Aluscheiben für Kupplungen, die im Bahnsport wie auch im Supercross und in Automobil-Oldtimern eingesetzt werden können.

Neben alledem gibt es für den Oldenburger aber immer ein Thema, wie er selbst sagt: „Ich habe natürlich 24 Stunden am Tag mit meinem Handicap zu tun. Ich mache immer noch Fortschritte in der Therapie, arbeite und trainiere in Pforzheim im Reha-Zentrum. Mit geht es gut, ich brauche keinen Arzt, keine Tabletten, ich bekomme auch immer mehr Gefühl für meinen Körper wieder, ich mache auch alles selbstständig. Aber ich kann leider immer noch nicht allein stehen.“

Nach dem Gespräch mit der NWZ fährt Petersen im Rollstuhl flink die steile Treppe eines Lokals am Rande der Innenstadt hinunter, schwingt sich in seinen geräumigen PKW und fährt zu seinem Vater Günter: „Ich bin froh, dass ich mit ihm, der jetzt 83 Jahre alt ist, noch Zeit verbringen kann. Auch auf meine Mutter und meine Schwester freue ich mich jedes Mal, wenn ich wieder in Oldenburg bin. Insgesamt bin ich froh über meinen Weg.“

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