PARIS - Favorit Jean Todt hat die Wahl zum neuen FIA-Präsidenten klar gewonnen und damit dem scheidenden Max Mosley einen Herzenswunsch erfüllt. Als Nachfolger des zuletzt umstrittenen Briten wird der ehemalige Ferrari-Teamchef den Automobil-Weltverband FIA bis 2013 anführen. Der 63-jährige Franzose, der vor der Sitzung noch von Formel-1-Rekordweltmeister und Wahlkampfhelfer Michael Schumacher in der Lobby eines Pariser Hotels begrüßt worden war, erhielt am Freitag in der Generalversammlung 135 Stimmen. „Das ist positiv, sehr positiv“, erklärte Schumacher in einer ersten Reaktion. Die Wahl Todts bedeutet auch einen Triumph für Mosley, der Todt als beste Wahl gesehen hatte. Mosley (69) war nach 16-jähriger Amtszeit nicht mehr zur Wahl angetreten.

Verlierer Ari Vatanen (57) aus Finnland kam nur auf 49 Stimmen. Enthaltungen bzw. ungültige Wahlzettel gab es zwölf.

„Ich bin erleichtert“, sagte Todt. „Ich liebe es zu handeln, einen Unterschied zu machen. Ich freue mich jetzt darauf, die ganzen Länder zu sehen, die meine Kandidatur unterstützt haben.“ Vor der Abstimmung hatte er versprochen, dass die Arbeit seines Teams auf Konsens, nicht auf Konfrontation basieren werde: „Wir wollen die Formel 1 so weiterentwickeln, dass alle Beteiligten profitieren, die Teams und die Fans.“

Mit Todt wird auch der deutsche Rudolf Graf von Schulenburg in die Gremien der „Federation Internationale d'Automobile“ einziehen. Der Präsident des Automobilclubs von Deutschland (AvD) wurde vor der Wahl von Todt als Senatsmitglied nominiert. Raus ist dagegen Hermann Tomczyk. Der ADAC-Sportpräsident hatte sich mit seinem nationalen Club auf die Vatanen-Seite gestellt und einen Neuanfang bei der FIA gefordert. Die Rechnung ging nicht auf: Nach vier Jahren als FIA-Vizepräsident für den Bereich Motorsport muss Tomczyk seinen Hut nehmen.

„Ich kann mir niemanden vorstellen, der fähiger und engagierter wäre, unseren Sport zu verbessern als Jean Todt“, hatte Schumacher vor der Wahl in einem Offenen Brief an die Verantwortlichen der 221 nationalen Automobilclubs und -Organisationen Werbung für seinen ehemaligen Wegbegleiter betrieben. Zusammen hatten sie von 2000 bis 2004 unter anderem fünfmal die Fahrer-WM in der Formel 1 gewonnen.