Berlin - Mitten im Red-Bull-Hauskrach hat Sebastian Vettels Boss die Personaldebatte befeuert und Kimi Räikkönen (33) als künftigen Teamkollegen für den Formel-1-Weltmeister ins Gespräch gebracht. „Kimi ist schnell und immer ein Kandidat“, sagte Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz am Oster-Wochenende. Der Finne ist damit ganz offiziell ein Anwärter auf die Nachfolge von Mark Webber, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Seit dem Ärger um Vettels brachiales Überholmanöver gegen Webber im Rennen von Malaysia wird über einen Abschied des Australiers spekuliert.
Eine Verpflichtung von Ex-Champion Räikkönen dürfte Vettel wohl begrüßen. Die beiden spielen gelegentlich Badminton gegeneinander und verstehen sich exzellent. Räikkönen trug zudem schon bei seinem Rallye-Ausflug das Red-Bull-Outfit und steuerte einen Wagen mit der entsprechenden Lackierung. „Er ist so, wie er ist. Ich wurde in der Hinsicht, vor allem was die Wahrheit angeht, bei ihm noch nie enttäuscht“, sagte der 25-jährige Vettel jüngst.
Mit Webber dagegen verbindet den Deutschen nicht viel mehr als der gemeinsame Arbeitgeber. Das schwer belastete Verhältnis zum Dreifach-Champion könnte den Australier zum Abschied zwingen. Noch aber will Mateschitz trotz seiner Sympathien für Räikkönen nicht alle Türen für den Routinier zuschlagen. „Mark ist auf jeden Fall ein Kandidat für 2014“, betonte der Österreicher.
Webber, der im August 37 Jahre alt wird, verlängerte zuletzt nur noch jeweils für eine Saison. Seit 2009 fährt er an Vettels Seite, zumeist eher als Schattenmann des Hessen. Inzwischen ist er der älteste Fahrer im Feld. In der kommenden Saison steht eine Motorenreform an, auch da könnte der Rennstall von der Erfahrung des 198-maligen Grand-Prix-Starters profitieren. „Ob er zurücktritt, weiß nur er. Bei uns ist er aber immer willkommen“, sagte Mateschitz.
