Riad - Der erste tödlich verunglückte Fahrer seit fünf Jahren hat in der Karawane der Rallye Dakar Trauer und Bestürzung ausgelöst. Der portugiesische Motorradpilot Paulo Gonçalves kam am Sonntag auf der siebten Etappe von Riad nach Wadi al-Dawasir bei der Premiere des Events in Saudi-Arabien ums Leben. Der 40-Jährige starb in Folge eines Sturzes, auch schnelle Wiederbelebungsversuche an der Unfallstelle nach 276 gefahrenen Kilometern auf dem Abschnitt halfen nicht. Die Ärzte konnten im Krankenhaus nur noch den Tod des Teamkollegen des deutschen Fahrers Sebastian Bühler feststellen.
„Ein sehr trauriger Tag. Eine große Umarmung für die Familie und Freunde von Paulo Gonçalves“, twitterte der Spanier Fernando Alonso. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister nimmt aktuell selbst erstmals an der Dakar teil. Während auch Spaniens Rallye-Ikone Carlos Sainz von einem „sehr traurigen Tag“ schrieb, würdigte sein Hero-Team Gonçalves als einen „wahren Champion und großartigen Menschen“.
Die Dakar wird ihre schrecklichen Schattenseiten einfach nicht los. Rund 70 Menschen kostete die legendärste aller Rallyes seit ihrer ersten Auflage 1979 schon das Leben. Dazu gehören neben Teilnehmern und Zuschauern auch Journalisten. „Die gesamte Dakar-Karawane spricht den Freunden und Verwandten ihr aufrichtiges Beileid aus“, hieß es in einem Tweet der Veranstalter. Doch auch nach dem Tod von Gonçalves wird es mit dem Event ungebremst weitergehen. Das war in der Vergangenheit schon immer so. Bereits an diesem Montag steht ein Rundkurs um Wadi al-Dawasir auf dem Programm.
Im Januar 2015 wurde der polnische Motorradfahrer Michal Hernik auf der dritten Etappe von San Juan nach Chilecito in Argentinien tot aufgefunden. Er war der bislang letzte Teilnehmer, der sein Leben ließ. Ein Jahr später starb ein 63-jähriger Zuschauer aus Bolivien, nachdem er von einem Auto erfasst worden war. Anschließend gab es weitere schwere Unfälle, bis zum Wochenende aber zumindest keinen Todesfall mehr. Doch die traurige Serie geht auch nach dem Umzug der Dakar von Südamerika nach Saudi-Arabien weiter.
„Die Rallye Dakar ist das gefährlichste Rennen der Welt. Dieses Jahr ist wieder ein Beweis dafür“, sagte Gonçalves Landsmann Bernardo Vilar dem portugiesischen Fernsehsender RTP. Der ehemalige Pilot nannte Gonçalves „sehr sehr stark. Er war extrem gut vorbereitet, für mich war er einer der stärksten Fahrer im Wettbewerb“.
Gonçalves absolvierte sein Dakar-Debüt bereits 2006 und war schon zum 13. Mal bei der Rallye dabei. Bei der diesjährigen Auflage hatte er nach sechs Etappen auf Rang 46 gelegen.
