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NWZonline.de Sport Motorsport

Flügelloser Vettel fährt hinterher

01.04.2019

Sakhir Sebastian Vettel stapfte schon wieder frustriert in die Nacht, Pechvogel Charles Leclerc konnte mit allem Trost nichts anfangen. In der Wüste von Bahrain hat Ferrari den nächsten Formel-1-Alptraum erlebt und hilflos dem Abstauber-Sieg von Titelverteidiger Lewis Hamilton im Mercedes zusehen müssen. „Das war kein guter Abend für uns“, sagte Vettel, als er das zweite Saisonrennen am Sonntag in Sakhir nach dem Verlust eines Frontflügels als Fünfter beendet hatte. Sein lange führender Teamkollege Leclerc rollte wegen eines Defekts nur als Dritter hinter dem WM-Führenden Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil ins Ziel.

Lange hatte es im 999. Rennen der Formel-1-Geschichte nach einem souveränen Sieg von Leclerc ausgesehen. Der 21-jährige Monegasse wäre so zum jüngsten Grand-Prix-Gewinner in einem Ferrari aufgestiegen. Doch dann wurde Leclerc plötzlich langsamer. Verzweifelt fragte er am Funk: „Was ist denn los?“ Erste Diagnose: Das Energie-Rückgewinnungssystem war kaputt, ihm fehlten rund 160 PS an Leistung.

So musste er am Ende sowohl Hamilton wie auch Bottas ziehen lassen. „Es ist schwer zu verkraften, aber ich bin mir sicher, wir kommen stärker zurück“, sagte der enttäuschte Leclerc. Hamilton nahm den Ferrari-Zugang tröstend in den Arm. „Dieser Junge wird noch viele Rennen gewinnen. Das war ein hartes Stück Arbeit“, bekannte der 34-jährige Brite nach dem 74. Sieg seiner Karriere. Stallrivale Bottas meinte: „Als Team hatten wir heute Glück, aber wir sind dran geblieben.“ Der Finne liegt mit 44 Zählern in der Gesamtwertung vor dem Gastspiel in Shanghai einen Punkt vor Hamilton. Vettel ist mit 22 Punkten vier Zähler hinter Leclerc WM-Fünfter.

Vettels Hoffnungen auf ein besseres Resultat waren geplatzt, als er sich nach einem Zweikampf mit Hamilton drehte und dann mit beschädigtem Auto an die Garage rollte. „Unter dem Strich ist es mein Fehler. Ich kann nicht zufrieden sein“, räumte der 31-Jährige ein. Mehr als Platz fünf hinter dem Niederländer Max Verstappen im Red Bull war so nicht mehr drin. Aus dem lange möglichen Ferrari-Doppelerfolg wurde so ein weiteres Desaster.

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