SAKHIR - Das Formel-1-Rennen in Bahrain an diesem Sonntag (14 Uhr/RTL) steht im Zentrum einer Kontroverse. Die Entscheidung, den Grand Prix trotz der unruhigen Lage im Golfstaat auszutragen, stieß auf viel Kritik.
2011 kam es in Bahrain zu blutigen Unruhen. Deshalb war das Rennen damals abgesagt worden. Gelöst worden sind die Probleme seither nicht. Die schiitische Bevölkerungsmehrheit verlangt Reformen von der sunnitischen Königsfamilie. Immer wieder kommt es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten, Royalisten und Polizei.
Menschenrechtsorganisationen berichten von schweren Verstößen in Bahrain. Amnesty International spricht von „Folter und ausufernder Gewalt gegen Demonstranten“. Die International Crisis Group veröffentlichte sogar eine Risikowarnung.
Kronprinz Salman bin Hamad Al-Chalifa mahnte, die Politik dürfe nicht über den Sport entscheiden: „Dieser Grand Prix ist so sicher wie jeder andere.“ Streckenchef Zayed Al Zayani sieht die Formel 1 nicht als Angriffsziel für die Proteste.
Der Verband habe sich bei Vertretern der Regierung, bei Botschaften, den Nachbarländern und europäischen Außenministerien über die Situation in Bahrain informiert. Die Verantwortung der FIA sei, die Sicherheit für Teilnehmer und Besucher zu gewährleisten. „Das wird der Fall sein“, versprach Verbands-Präsident Jean Todt: „Wir sind nur am Sport interessiert.“
Chefvermarkter Bernie Ecclestone setzte sich vehement für das Gastspiel in Bahrain ein. Für ihn stehen viele Millionen an Antrittsgeld auf dem Spiel. Deshalb brachte er die Teams auf Linie und stellte die Unabhängigkeit der Urteile von Menschenrechtlern infrage. Konzerne wie Mercedes und Ferrari haben ebenso wirtschaftliche Interessen in der Region wie die Rennställe McLaren und Williams. Von den Teams gab es daher keine Widerworte. Auch die Fahrer sagten nichts gegen den Bahrain-Auftritt. Nur Red-Bull-Pilot Mark Webber ließ moralische Bedenken anklingen.
