SCHANGHAI - Sebastian Vettel feierte die Krönung zum Formel-1-Kaiser von China mit seinem glücklichen Red-Bull-Team bis spät in die Nacht. Sichtlich übermüdet verabschiedete sich der 21-Jährige danach mit dem Ziel WM-Titel erstmal in die Wüste. Vettel flog nach Bahrain, wo er beim Rennen an diesem Sonntag (14 Uhr/RTL) den Elf-Punkte-Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button (Großbritannien) verkürzen will.

Bis zu 5,34 Millionen Zuschauer sahen am Sonntag den Triumph von Vettel im Fernsehen. Rund 4,65 Millionen waren es im Schnitt. Das entsprichst einem Marktanteil von 45,8 Prozent.

Den Ritterschlag erhielt Vettel nach dem zweiten Sieg seiner Karriere vom siebenmaligen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher. „Das war grandios. Da kann man nur mit Spaß zuschauen und genießen. Vettel fährt berechtigt um die Weltmeisterschaft mit“, sagte Schumacher und glaubt an den Deutschen: „Sie waren in Australien schnell, sie waren in China schnell. Sie sollten in dieser Saison weiter in der Lage sein, um Siege und den Titel mitzufahren.“ Vor allem, wenn das neue Aerodynamik-Paket komme, sei alles möglich.

„Das Auto ist schon jetzt schnell und wird hoffentlich noch besser und besser. Jetzt wollen wir auch den letzten Schritt machen und das beste Team der Welt werden“, erklärte Vettel. In der Fabrik im englischen Milton Keynes werden Nachtschichten geschoben. Chefdesigner Adrian Newey verlässt seinen Arbeitsplatz derzeit erst nach Mitternacht, denn schon beim Europa-Auftakt in Barcelona soll eine Vorstufe des bislang fehlenden Diffusors an Vettels Boliden auftauchen.

Weniger gut läuft es derzeit bei Ferrari. Nach dem schlechtestem Formel-1-Saisonstart seit 28 Jahren beklagt Italien den Absturz des Traditionsrennstalls. Nach der erneuten Doppelpleite beim Großen Preis von China verkommt die ruhmreiche „Scuderia“ als WM-Schlusslicht mit null Punkten zur Lachnummer der Königsklasse.

„Da muss man sich dann schon fragen, inwiefern es Sinn macht, die Saison abzuhaken und sich schon auf das nächste Jahr zu konzentrieren“, meinte Ferrari-Berater Michael Schumacher.

In Bahrain soll das Energie-Rückgewinnungssystem KERS Ferrari wieder heranbringen, am 10. Mai in Spanien will man dann mit dem nachgerüsteten Doppel-Diffusor konkurrenzfähig sein.