Spa - Die Sowjetunion hörte auf zu existieren, Helmut Kohl war als Bundeskanzler nach dem Mauerfall auf dem Höhepunkt seiner Macht und der aktuelle Weltmeister Sebastian Vettel (inzwischen 25 Jahre alt) den Windeln gerade entwachsen, als sich Michael Schumacher am 25. August 1991 erstmals in einen Formel-1-Wagen zwängte. Zwar kam er bei seinem Renn-Debüt vor 21 Jahren in Spa nur 500 Meter weit, doch danach legte der heute 43-Jährige eine spektakuläre Karriere hin. Und immer wieder sorgte der Kerpener auf seiner Lieblingsstrecke durch die Ardennen für besondere Momente. An diesem Sonntag (14 Uhr/RTL) fährt Schumacher in Belgien seinen 300. Grand-Prix.
„Das ist etwas ganz Besonderes. Er hat alle seine großen Jubiläen in Spa gehabt, dort seine Karriere begonnen. Solche Geschichten gibt es“, sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug über die Liebesbeziehung zwischen Schumacher und der sieben Kilometer langen Berg- und Talfahrt.
Spa, immer wieder Spa: 1991 fuhr Schumacher hier sein erstes Rennen, ein Jahr später folgte der erste Sieg. 1995 zementierte er seinen Ruf als Regenspezialist, als er von Startplatz 16 zum Sieg raste. 2001 übernahm Schumacher in Spa die Führung in der ewigen Sieg-Rangliste. Ein Jahr später ließ Schumacher noch Spa-Triumph Nummer sechs folgen; kein Fahrer gewann häufiger in Belgien. 2004 machte er auf der Piste mit der legendären Vollgas-Kurve Eau Rouge seinen siebten WM-Titel perfekt.
„Dass sich für mich hier immer besondere Momente ergeben, ist schon fast unheimlich“, sagt Mercedes-Pilot Schumacher, der vor seinem ersten Einsatz noch in einer Jugendherberge schlief, mit Blick auf seinen nächsten Meilenstein: „Spa ist mein Wohnzimmer. Dass ich hier auch mein 300. Rennen fahren würde, ist da schon fast zwingend.“ Nur der Brasilianer Rubens Barrichello hat mehr Einsätze (322).
Dass Schumacher am Sonntag seinen siebten Erfolg in Spa feiert, ist allerdings unwahrscheinlich. In der WM-Wertung belegt er Platz zwölf, sein bestes Saisonresultat ist ein dritter Platz in Valencia.
