SEPANG - Souveräner Sebastian Vettel, sensationeller Nick Heidfeld: Formel-1-Champion Vettel stieß nach einer erneuten Meisterleistung und dem zweiten Sieg im zweiten Saisonrennen freudetrunken mit seinem Landsmann auf dem Podium an. Taktisch clever wies der Red-Bull-Pilot am Sonntag beim Großen Preis von Malaysia die chancenlose Konkurrenz in die Schranken. „Das war ein großer Tag. Ich denke, ich kann in dem Stadium der Saison nicht glücklicher sein“, stellte Vettel fest.

Das traf auch auf Heidfeld zu. Überraschend raste der 33-Jährige nach einem famosen Start mit einem Sprung von Platz sechs auf zwei hinter Vettel und Ex-Weltmeister Jenson Button aufs Podest. Zuletzt war ihm das 2009 gelungen, als er – auch damals in Sepang – Zweiter wurde. „Liebe Grüße nach Hause, das hab ich versprochen“, sagte der Lotus-Renault-Pilot, nachdem er bei der Pressekonferenz der ersten Drei Platz genommen hatte. „Ich habe nicht damit gerechnet, hier zu sitzen.“

Vettel schaffte es wie in Australien nach Pole auf Platz eins. Eine Woche vor dem Großen Preis von China führt er mit der Ausbeute von 50 Zählern die WM-Wertung an. Zweiter ist Button (26). „Wir wollen den Schwung ins nächste Rennen mitnehmen“, kündigte Vettel an: „Zwei Siege – besser geht es nicht.“

Derweil befinden sich die Silberpfeile weiter im Sinkflug. Nach dem Doppelausfall-Debakel in Melbourne folgte die nächste Enttäuschung für Mercedes GP. „Wir sind eine ganze Ecke zu langsam“, bilanzierte Rekordweltmeister Michael Schumacher nach seinem neunten Rang. „Das war kein gutes Wochenende“, klagte Nico Rosberg, überrundeter Zwölfter.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug wollte „keine Ausflüchte suchen“, wies aber auch auf eine Reihe positiver Aspekte hin: Das Team habe einen „ganzen Sack voll Aufgaben, die man normalerweise nicht bei einem Rennen hat, gelöst“. So hätten die Heckflügel und das Energierückgewinnungssystem „Kers“ in Sepang problemlos funktioniert.

Doch: Probleme lösen bedeutet auch, kaum Zeit für weitere Entwicklungen zu haben. Der gegenüber Red Bull und Ferrari um rund 100 Millionen Euro kleinere Etat – das Mercedes-Budget wird auf 180 Millionen geschätzt – und die kleinere Ingenieursmannschaft erweisen sich als kaum kompensierbarer Mangel.

Die Silberpfeil-Strategen setzen nun auf schwäbische Tugenden. Der Rheinländer Schumacher forderte mit Verweis auf das Lebensmotto im Ländle süffisant: „Schaffe, schaffe, Häusle bauen.“