SEPANG - Vom Sieg berauscht, vom Schampus beschwipst: Nach dem befreienden Triumph in der Tropen-Hitze von Sepang hat Sebastian Vettel auf einen Schlag im Titelrennen wieder alle Trümpfe in der Hand. „Ich bin sehr, sehr glücklich, dass es endlich geklappt hat. Wie heißt es so schön: Aller guten Dinge sind drei“, sagte der Red-Bull-Pilot zu seinem ersten Saisonsieg beim Großen Preis von Malaysia nach zuvor zwei frustrierenden technischen Defekten extrem erleichtert.

Durchschnittlich 6,02 Millionen TV-Zuschauer sahen am Ostersonntag jedoch auch den Ausfall von Michael Schumacher. Der siebenmalige Weltmeister musste seinen Silberpfeil wegen einer verlorenen Radmutter vorzeitig abstellen. Obwohl Schumacher mit seinem ersten technischen K.o. seit seiner Rückkehr in die Formel 1 den Abwärtstrend weiter fortgesetzt hat, kündigte er kämpferisch an: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Die genaue Ursache für Schumachers Ausfall konnte bisher aber noch nicht festgestellt werden, da von der Radmutter bisher jede Spur fehlt.

Der durch einen Magen-Darm-Infekt geschwächte Teamkollege Nico Rosberg sorgte als Dritter mit der ersten Podiumsplatzierung für Mercedes GP für Feierlaune.

Vor Wochenfrist noch als „Defekt-Dose“ verspottet, erwies sich Vettels RB6 bei 32 Grad und 51 Prozent Luftfeuchtigkeit erstmals in dieser Saison als zuverlässig. Dies war neben einer eindrucksvollen fahrerischen Leistung Voraussetzung für den Red-Bull-Doppelerfolg, den Mark Webber als Zweiter sicherstellte. „Das ist ein Riesenresultat für uns“, jubelte Vettel.

Beim bisherigen Technik-Opfer und dem Team grassierte aber schon die Angst, der Fehler-Teufel könnte wieder zuschlagen. „In den letzten 30 Runden sind die Jungs am Kommandostand sicher um 30 Jahre gealtert“, gab Teamchef Christian Horner zu.

Nach dem Rennen musste Vettel noch einmal bangen, ehe ihn die Renn-Kommissare trotz eines regelwidrigen Überholmanövers unter Gelber Flagge freisprachen und seinen insgesamt sechsten Grand-Prix-Sieg offiziell bestätigten.

Auch Adrian Sutil sorgte für ein tolles Ergebnis. Der 27-jährige Force-India-Pilot fuhr auf den fünften Platz. Formel-1-Neuling Nico Hülkenberg kam auf den zehnten Rang und sicherte sich einen WM-Punkt.

Vettel hat mit seinem souveränen Erfolg bewiesen, wie schnell sich dank des neuen Punktesystems in der Formel 1 das Blatt wenden kann. Der Vize-Weltmeister liegt mit 37 Punkten nur noch zwei Zähler hinter dem neuen Gesamtführenden Felipe Massa (39) und gleichauf mit Fernando Alonso (37).