SEPANG - Pünktlich zur Rennzeit schüttete es wie aus Kübeln: Die beiden „Regen-Götter“ Michael Schumacher und Sebastian Vettel haben einen Vorgeschmack bekommen, was der Formel 1 beim Großen Preis von Malaysia an diesem Sonntag (10 Uhr/RTL) blühen kann. „Ich hab das Seepferdchen gemacht“, sagte Titelverteidiger Vettel mit breitem Grinsen, als der Monsun am Donnerstag auf dem Sepang International Circuit auf das Dach prasselte.

Um auf den maximal 15 Metern von der Box zum Motorhome nicht klatschnass zu werden, suchten die beiden bei Regen besonders gern fahrenden Piloten Schutz unter einem Schirm. „Wenn es extrem schüttet, haben wir Probleme“, wies Vettel auf das Chaosrennen von 2009 hin, als der Grand Prix in der 31. von 56 Runden abgebrochen werden musste. „Bei starkem Regen ist das Risiko für ein heilloses Durcheinander größer.“ Gemäß der Wetterprognose für Sonntag könnte es diesmal ähnlich gießen.

Zumindest bei Vettel trübten die schlechten Aussichten weder Vorfreude noch Zuversicht für den zweite Saisonlauf. Zuletzt gewann der Weltmeister drei Rennen in Serie, in Malaysia war er schon im Vorjahr erfolgreich und sein Red Bull gilt als stärkstes Auto im Feld – Vettel ist ganz logisch der Favorit für Sonntag. „Der Kurs sollte unserem Auto liegen. Ich bin aber kein Hellseher“, bremste der 23-jährige WM-Spitzenreiter trotzdem etwas ab.

Nicht sagen lässt sich laut Vettel nach nur einem Grand Prix, ob in Malaysia das gleiche Kräfteverhältnis wie in Melbourne herrschen wird: „Da sind noch viele Fragen offen. Das lässt sich erst nach zwei, drei Rennen auf verschiedenen Strecken sagen.“ Unbestritten ist aber, dass die Red Bull dank ihrer effizienten Aerodynamik und des erstmaligen Einsatzes des Energierückgewinnungssystem Kers weitere Vorteile haben.

Neben seinem australischen Teamkollegen Mark Webber zählt Vettel das McLaren-Duo Lewis Hamilton und Jenson Button sowie die Ferrari-Formation Fernando Alonso und Felipe Massa zu seinen stärksten Rivalen. Die Silberpfeile stuft der 23-jährige Hesse aktuell nicht so stark ein. Im Verlauf der Saison könnten Schumacher und dessen Teamkollege Nico Rosberg aber „eine Überraschung werden“, sagte er.

Schumacher wäre schon froh, wenn Mercedes GP die vielfältigen technischen Probleme von Australien in Sepang lösen könnte. „Wir haben gewisse Dinge mitgebracht“, sagte er aus Kerpen, ohne Details zu verraten. Der Doppelausfall hat das Team weit zurückgeworfen. Eine Aussage, wo Mercedes GP stehe, könne er nicht treffen.

Superrunden und Superrennen sind derzeit jedoch Red Bull vorbehalten. „Der Red Bull ist ein gelungener Wurf. Er ist das beste Auto“, lobte Schumacher den Wagen von Vettel. Chancen, auf dem 5,543 Kilometer langen Kurs seinen vierten Triumph zu feiern, hat der Rekordhalter wohl nur, wenn ihm ein Regenchaos hilft.