SHANGHAI - Der historische Premieren-Sieg von Shanghai soll erst der Anfang gewesen sein. Nico Rosberg zählt nach seinem ersten Triumph im 111. Formel-1-Rennen plötzlich zu den Titelkandidaten. „Natürlich bin ich gespannt auf das, was kommt. Denn wir sehen wirklich viel besser aus. Ich bin sicher, dass wir das fortsetzen können“, verkündete der Mercedes-Pilot nach seinem China-Coup selbstbewusst, den 4,88 Millionen Deutsche an den Fernsehschirmen verfolgten.

Die beiden die WM-Wertung anführenden McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button gaben zu, im Titelrennen nicht mehr nur Doppel-Champion Sebastian Vettel zu fürchten. „Ich bin sicher, das wird nicht Nicos erster und letzter Sieg gewesen sein. Da werden noch viele mehr kommen“, sagte Ex-Weltmeister Button. „Ich denke, wir werden einen harten Kampf erleben.“

Selbst Doppel-Weltmeister Vettel wundert sich über das plötzliche Potenzial der Silberpfeile: „Mercedes hat richtig komfortabel gewonnen“, gestand er ein. Er selbst war mit seinem Abschneiden zufrieden. Er hatte nach einem verpatzten Start keinen Fehler gemacht und sich mit einer beherzten Aufholjagd auf den fünften Rang vorgefahren. Dennoch ist ihm und den Verantwortlichen bei Red Bull nicht entgangen, dass Vettels Wagen noch zickt und mit dem Tempo der Konkurrenz noch nicht mithalten kann.

Das Feld in der Königsklasse ist zusammengerückt. Neben der Qualität der Wagen spielt die Klasse der Fahrer wieder eine größere Rolle. Überholmanöver werden häufiger. Da Mercedes nun auch im Titelkampf mitmischt, kann es einen spannende WM-Saison werden.

Ob Mercedes wirklich stark genug ist, auf Dauer um die Spitze mitzufahren, kann sich schon an diesem Sonntag (14 Uhr/RTL) bei dem wegen anhaltender Proteste umstrittenen Rennen in Bahrain zeigen. In der arabischen Wüste ist es wieder so heiß wie in Australien oder Malaysia. Und da waren die Mercedes-Boliden Reifenfresser. Teamchef Ross Brawn gibt sich zuversichtlich. „Es kommen noch ein paar Verbesserungen in den nächsten Rennen“, macht er der Konkurrenz Angst.

Dass das Rennen in Bahrain sicher sein wird, verspricht Zayed Al Zayani, Geschäftsführer des Kurses: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Formel 1 kein Angriffsziel der Rebellen ist“, versicherte er.