SHANGHAI - Mit einem Sieg will Sebastian Vettel endlich an die Formel-1-Spitze stürmen, Michael Schumacher kämpft hingegen schon gegen ein frühes Aus im WM-Rennen. Der siebenmalige Weltmeister aus Kerpen steht vor dem Großen Preis von China in Shanghai an diesem Sonntag (9 Uhr/RTL) mächtig unter Druck. Denn die Umbauten von Mercedes-Teamchef Ross Brawn, der aus dem Silberpfeil einen Siegerpfeil machen will, werden erst am 9. Mai in Barcelona fertig sein.
Dennoch erhielt der bisher hinterherfahrende 41-Jährige Rückendeckung von Brawn. „Es ist ziemlich klar, dass er mit jedem Rennen stärker wird“, sagte der Brite und betonte: „Der Titelkampf ist lange nicht entschieden.“
Daher hofft Schumacher, der in den ersten drei Rennen nach seinem Comeback einmal Sechster sowie einmal Zehnter war und in Kuala Lumpur ausschied, auf fremde Hilfe. „Wir waren ja auch in Malaysia vernünftig aufgestellt, und vielleicht spielen uns die Umstände in China wieder in die Karten“, sagte Schumacher mit Blick auf den dritten Platz von Teamkollege Nico Rosberg am Ostersonntag.
Eine verregnete Qualifikation hatte Ferrari und McLaren zu weit nach hinten gespült, um ganz vorne mitzumischen. Schumacher bleibt derweil gelassen. „Ich weiß ja, wie die Dinge in der Formel 1 laufen können. Man kann nur schrittweise voran gehen, und ich bin da sehr zuversichtlich“, sagte er.
Die Konkurrenz hat Schumacher derweil noch nicht abgeschrieben. „Die Saison ist noch lang, und ich gehe ernsthaft davon aus, dass Michael schon in diesem Jahr ein ernst zu nehmender Anwärter auf den WM-Titel werden wird“, sagte Felipe Alonso.
Im Vergleich zu Vettels Red Bull hat der Silberpfeil Nachholbedarf in „allen leistungsrelevanten Faktoren“, meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug: „Man braucht überall etwas mehr.“ Der Verbesserungsprozess soll jedoch erst zum Rennen in Barcelona abgeschlossen sein. Brawn plant eine überarbeitete Aerodynamik, ein modifiziertes Getriebegehäuse und eine neue Hinterachse. Das Auto soll reifenschonender werden und weniger untersteuern.
