SHANGHAI - Im Windschatten von Überflieger Sebastian Vettel hat Mercedes einen Silberstreif am Horizont erblickt: Während der Formel-1-Weltmeister nach seinem Saison-Traumstart mit zwei souveränen Siegen seinen dritten Erfolg beim Großen Preis von China an diesem Sonntag (9 Uhr/RTL) anpeilt, freuten sich Nico Rosberg und Michael Schumacher über deutliche Fortschritte mit ihren Silberpfeilen.
„Ganz klar: Das Wochenende hat besser angefangen als die ersten beiden in diesem Jahr“, sagte Rekordweltmeister Schumacher nach den ersten Runden in Shanghai. „Der Abstand ist im Moment so, dass Platz fünf bis sechs realistisch sein könnte. Aber da müssen wir noch ein bisschen abwarten“, sagte der siebenmalige Weltmeister.
Mercedes hatte die Arbeitsweise am Wochenende verändert, wie Schumacher erklärte: „Wir haben uns mehr auf die Abstimmung mit viel Benzin konzentriert, und es scheint so, als ob wir so ein besseres Setup finden können, als wenn wir mit wenig Benzin starten.“ Vor allem im Rennen mit vollem Tank hatten Schumacher und Rosberg in Australien und Malaysia große Probleme.
Für Vettel läuft es dagegen derzeit absolut rund. „Ich habe schnell den richtigen Rhythmus gefunden, aber es gibt noch viel zu tun. Es wird eng am Sonntag, aber ich glaube, es gibt noch ein bisschen Luft nach oben“, gab der Red-Bull-Pilot recht entspannt zu Protokoll.
Unruhig verlief der Trainingstag dagegen für Renault-Pilot Nick Heidfeld. Der Mönchengladbacher, der in Kuala Lumpur als Dritter erstmals seit zwei Jahren wieder auf dem Podium gestanden hatte, kam am Freitag gleich in beiden Trainingseinheiten von der Strecke ab. Er musste sogar selbst helfen, sein demoliertes Auto zurück in die Box zu schieben.
„Das waren meine Fehler“, sagte Heidfeld, gewann seinen Unfällen aber dennoch etwas Positives ab: „Vielleicht es das sogar ein gutes Omen. In Malaysia konnte ich am Freitag auch nur wenige Runden fahren“, meinte Heidfeld.
