Spa - 22 Rennen, aber ohne Hockenheim: Ferrari-Star Sebastian Vettel und Co. fahren im Formel-1-Rekordjahr 2020 nicht mehr in Deutschland. Der Große Preis auf dem Traditionskurs fehlt in dem Kalender der Königsklasse für die kommende Saison, wie die Rennserie am Donnerstag vor dem Großen Preis von Belgien an diesem Sonntag (15.10 Uhr/RTL) mit einem offiziellen Entwurf bestätigte. Demnach umfasst die Formel-1-WM 2020 erstmals in der Geschichte 22 Rennen.

„Zum 70. Jubiläum der Formel 1 werden wir zum ersten Mal einen 22 Rennen umfassenden Kalender haben“, sagte Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey: „Das ist wichtig für unseren Sport und bestätigt unsere langfristige Strategie.“ Die Betreiber des Hockenheimrings hatten das Formel-1-Aus für 2020 erwartet. „Wenn es so kommen sollte, würde es uns nicht überraschen“ , hatte der designierte Ring-Geschäftsführer Jorn Teske bereits am Mittwoch gesagt.

Für das Hockeinheim-Rennen rücken Vietnam (5. April) und die Niederlande (3. Mai) ins Programm. Starten soll die Saison traditionell in Australien (15. März 2020), das Finale steigt am 29. November in Abu Dhabi. Der Weltrat des Automobil-Weltverbandes FIA muss den Kalender noch final absegnen, dies gilt aber als Formalie. Die laufende Saison umfasst 21 Rennen.

Die Strecken müssen Millionensummen an die Formel 1 zahlen, um ein Rennen ausrichten zu dürfen. Das wurde in Zeiten sinkenden Zuschauerinteresses nicht nur für Hockenheim zum Problem. Schon der Grand Prix in diesem Jahr kam erst kurzfristig zustande, weil Mercedes als Titelsponsor einsprang.

Teske hofft, dass die Abstinenz von Hockenheim (liegt bei Heidelberg) nicht von Dauer sein wird. „Wir wollen die Formel 1 in Deutschland weiter stattfinden lassen und werden weiter die Gespräche suchen“, sagte er. Aber: „Wir werden keinen Grand Prix mehr durchführen, bei dem wir das wirtschaftliche Risiko tragen.“