Shanghai - Das Weltmeisterteam zeigt sich angriffslustig, der viermalige Champion betont zurückhaltend: Während Mercedes den Sieg beim Großen Preis von China wieder unter seinen beiden Fahrern ausmachen will, vermeidet Sebastian Vettel jegliche Kampfansage. Nach dem überraschenden Triumph des Ferrari-Piloten in Malaysia hoffen die Formel-1-Fans an diesem Sonntag (8 Uhr/RTL) jedoch auf ein ähnlich spannendes Rennen in Shanghai.
„Ich erwarte uns hier als das stärkste Team, weil wir ein stärkeres Auto haben werden“, sagte Vizeweltmeister Nico Rosberg vor dem dritten Saisonrennen. Vettel wollte seinem Landsmann dabei überhaupt nicht widersprechen: „Wir wissen, dass Mercedes in einer sehr, sehr starken Position ist. Wir bleiben realistisch, denn unsere Ziele haben sich nicht geändert.“
Für die Silberpfeile zählt nach den Plätzen zwei (Lewis Hamilton) und drei (Rosberg) in Malaysia nur der Sieg. „Mit unserem Auto muss das immer das Ziel sein“, sagte Rosberg. Einige Updates sollen den Boliden nun noch schneller machen. Vor allem die große Hitze hatte dem Konstrukteurs-Weltmeister vor knapp zwei Wochen Probleme bereitet, zudem überzeugte Ferrari mit einer cleveren Taktik.
Vor den Toren der Millionen-Metropole Shanghai ist es nun wieder kühl, kaum jemand zweifelt deswegen an der Stärke von Mercedes.
Selbst Vettel ist sich trotz des ersten Ferrari-Siegs seit fast zwei Jahren nicht sicher, wo sein neuer Arbeitgeber überhaupt steht. „Es sind erst zwei Rennen vorbei und man braucht ein paar mehr, um das zu sehen. Generell wollen wir uns so stabilisieren, dass wir das Team hinter Mercedes sind“, sagte der Heppenheimer, der in der WM-Wertung mit 40 Zählern knapp hinter Lewis Hamilton (43) und vor Nico Rosberg (30) liegt.
Hamilton, der als bislang einziger Fahrer dreimal in China gewinnen konnte sagte: „Ich bin bereit für den Wettkampf.“ Und auch Rosberg „will das Rennen gewinnen“. 2012 feierte der Wahl-Monegasse in Shanghai den ersten Triumph der neuen Silberpfeil-Ära.
Ferrari-Pilot Vettel könnte indes mit einem Erfolg sogar mit Legende Ayrton Senna gleichziehen. Der Brasilianer hat 41 Grand Prix gewonnen. Vettel steht bei 40 Siegen.
