Singapur - Kurz vor Mitternacht schickte Singapur-Sieger Sebastian Vettel eine eindeutige Warnung an Formel-1-Spitzenreiter Fernando Alonso. „Wir haben keine Zweifel, wir glauben an uns“, betonte der vom Jagdfieber gepackte Doppelweltmeister nach seinem erlösenden Erfolg im Nachtrennen. Aufgepumpt mit frischem Selbstvertrauen ist sich Vettel sicherer denn je, Ferrari-Star Alonso in den letzten sechs WM-Läufen noch überholen zu können. „Die Chance ist da“, sagte der Hesse.

Auf 29 Zähler reduzierte Vettel mit seinem zweiten Saisonsieg den Rückstand auf den Gesamtführenden aus Spanien. Bei seinem ersten Titelgewinn vor zwei Jahren lag der Red-Bull-Pilot zum gleichen Zeitpunkt sogar 31 Punkte zurück – und schaffte die Wende. In Singapur bewies der 25-Jährige einmal mehr, dass Druck ihn stärker macht. „Wichtig ist, wenn es zählt“, sagte Vettel.

Neun Rennen hatte Vettel auf einen Sieg warten müssen, fünf Monate Durststrecke mit so manchem Tief wie zuletzt beim Lichtmaschinen-Defekt in Monza durchlebt. „Es ist ein Riesenstein, der vom Herzen fällt“, bekannte er.

Die verbleibenden Grand Prix sollten Vettel und seinem RB8 fast durchweg liegen. In Japan, Südkorea, Indien, Abu Dhabi und Brasilien hat der Heppenheimer in den Vorjahren schon gewonnen. Das weiß auch Alonso, der hinter Jenson Button auf Rang drei fuhr. „So kann es nicht weitergehen, wir müssen uns verbessern“, mahnte der Asturier alarmiert.

Derweil kam für Michael Schumacher sein selbstverschuldeter Auffahrunfall mit dem Franzosen Jean-Eric Vergne zur Unzeit. Weil es bereits der dritte Vorfall dieser Art war, urteilten die Rennkommissare knallhart und brummten dem Rekord-Weltmeister eine Strafversetzung um zehn Startplätze beim Rennen in Japan auf.

Dabei würden dem 43-Jährigen gerade jetzt gute Ergebnisse helfen, seine Verhandlungsposition für einen Anschlussvertrag bei Mercedes zu stärken – wenn er denn überhaupt weitermachen will. Zuletzt hatte sich aber der Eindruck verstärkt, der Autobauer wolle künftig ohnehin lieber McLaren-Pilot Hamilton anstelle von Schumacher den Silberpfeil anvertrauen.