Sakhir - Sebastian Vettel strahlte nach seiner Spazierfahrt zum Sieg übers ganze Gesicht. „Ein fantastisches Rennen ohne Fehler, ohne Probleme von Anfang bis zum Ende“, sagte der dreimalige Formel-1-Weltmeister nach seinem spielend leichten Triumph beim umstrittenen Großen Preis von Bahrain.
Vettel profitierte bei seinem zweiten Saisonerfolg am Sonntag in Sakhir allerdings auch von einem frühen technischen Problem des Mitfavoriten Fernando Alonso am Heckflügel des Ferrari. Kimi Räikkönen belegte in dem unspektakulären Rennen Rang zwei vor seinem Lotus-Teamkollegen Romain Grosjean.
In der Steinwüste war der 25-jährige Heppenheimer nur beim Start gegen Nico Rosberg, der sich in der Qualifikation Startplatz eins gesichert hatte, und Alonso sowie während der ersten vier von 57 Runden ernsthaft gefordert.
„Am Anfang war es kritisch“, berichtete Vettel: „Mit Fernando war es in der ersten Runde ziemlich knapp auf der Außenbahn, und Nico war eine harte Nuss.“ Dann fuhr der Red-Bull-Pilot ein einsames Rennen und kam trotz Temperaturen um die 30 Grad Celsius nicht ernsthaft ins Schwitzen. „Dieses Jahr haben wir noch einen drauf gesetzt“, sagte er nach der problemlosen Wiederholung seines Erfolgs von 2012.
Immer wieder warnten ihn die Teamstrategen per Boxenfunk, es angesichts seines dicken Polsters langsamer angehen zu lassen – allerdings lange vergeblich. Erst im letzten Rennviertel nahm Vettel, der zu diesem Zeitpunkt über 25 Sekunden Vorsprung auf seinen nächsten Verfolger hatte, etwas Tempo heraus.
„Unser Speed war phänomenal. Wir waren teilweise eine Sekunde schneller als der Rest des Feldes“, konstatierte Vettel. Nach vier von 19 Saisonläufen liegt er klar auf WM-Kurs. Der Titelverteidiger hat nun 77 Punkte und damit zehn Zähler Vorsprung vor Räikkönen (67).
Für Nico Rosberg (Wiesbaden) reichte es trotz seiner überraschenden Pole-Position lediglich zu Platz neun. Der Mercedes-Pilot konnte die Spitzenposition nur einige Runden lang verteidigen und fiel dann aufgrund schnell abbauender Reifen immer weiter zurück.
Vier Boxenstopps kosteten zusätzliche Zeit. „Das ist sowas von ernüchternd. Grausam“, klagte der 27-Jährige. „Ich bin nur rumgerutscht, von Runde eins ab.“
Vettel, der zuletzt immer wieder mit seinen Reifen gehadert hatte, war diesmal zufrieden. „Das haben wir mit Sicherheit so nicht erwartet. Wir kamen gut zurecht mit den Reifen“, sagte er.
Rosbergs Teamkollege Lewis Hamilton wurde Fünfter. Der Brite holte damit nach nur vier Rennen schon mehr Punkte als sein Vorgänger Michael Schumacher während seiner gesamten Saison im Vorjahr.
