Sakhir - Zweite Chance – oder keine Chance? Das umstrittene Eliminations-Qualifying steht nach der blamablen Premiere in Australien beim Großen Preis von Bahrain vermeintlich final auf dem Prüfstand. Bleibt die erhoffte Spannung in den Schlussminuten erneut aus, scheint das Ende des Modus besiegelt – und nicht wenige in der Formel 1 würden die „Reise nach Jerusalem“ am liebsten sofort beenden.

Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel schilderte sein Unverständnis über die erneute Auflage des Ausscheidungsfahrens an diesem Sonnabend (17 Uhr/RTL) besonders eindringlich: „Nehmen wir an, du verkaufst Vanilleeis. Aber alle, die in deinen Laden kommen, wollen Schokoladeneis. Dann machst du am nächsten Tag den Laden auf. Und was bietest du an? Wieder Vanilleeis!“

Für den Ferrari-Star steht fest, dass „jemand einen schlechten Job“ gemacht hat. Aufgrund der Erfahrungen von Melbourne hätte nach Ansicht des Heppenheimers wieder „eine Quali wie 2015“ eingeführt werden müssen. Also drei Abschnitte, am Ende des ersten und zweiten scheiden je sechs Fahrer aus, in Q 3 ermitteln die verbliebenen zehn die besten Startplätze.

Prominente Unterstützung erhielt Vettel von Weltmeister Lewis Hamilton. Der Mercedes-Pilot bemerkte, es sei „sehr seltsam“, dass in Bahrain erneut das Ausscheidungsfahren im 90-Sekunden-Rhythmus zum Einsatz komme. Hamilton glaubt bereits zu wissen, dass die zweite Auflage ein erneuter Fehlgriff wird: „Meine Ingenieure sagen, dass das Gleiche wie in Australien passieren wird.“

Beim Saisonauftakt schwiegen in den letzten vier Minuten aus rennstrategischen Gründen sämtliche Motoren. Statt nervenzerreißender Spannung erlebten die Fans gähnende Langeweile. Hamilton hegt angesichts seiner düsteren Prognose, die fast das gesamte Fahrerfeld teilt, nur die Hoffnung, dass „danach etwas passiert“.

So wie zunächst in Melbourne, als sämtliche Teams am Rennsonntag Einigkeit über eine Rückkehr zum alten Modus erzielten – nur um vier Tage später bei einer Abstimmung keine Mehrheit zustande zu bringen. Der Automobil-Weltverband Fia hatte als Alternative allerdings keineswegs das alte System zur Wahl gestellt, sondern nur eine Mischform. Für einige Teams ein untragbarer Kompromiss.

Für Fia-Rennleiter Charlie Whiting ist eine Rückkehr zum 2015er Format allerdings auch nach dem Rennen in Bahrain undenkbar.