Manama - Die Psycho-Spielchen gegen Sebastian Vettel sind längst angelaufen. Gerade erst schien die Stallorder-Affäre bei Red Bull beendet, da verbrüderten sich seine beiden größten Rivalen Mark Webber und Fernando Alonso via Internet miteinander.
Und dann wurden auch noch gezielt Informationen gestreut, der Hauptsponsor des Vettel-Teams habe damit gedroht, sein Engagement in der Formel 1 zu beenden. „Das ist völliger Quatsch“, sagte Helmut Marko, Motorsportberater bei Red Bull.
Für Vettel kommt die Unruhe indes zum ungünstigsten Zeitpunkt. Sein Auto schwächelt, beim Rennen in Bahrain an diesem Sonntag (14 Uhr/RTL) droht ihm der Verlust der WM-Führung. Alonso (Ferrari), Kimi Räikkönen (Lotus) und Lewis Hamilton (Mercedes), allesamt Ex-Weltmeister, sind ihm auf den Fersen. Jeder kämpft gegen jeden – aber alle gegen Vettel.
Im Kampf um den Titel beherrschen alle Spitzenfahrer die Klaviatur der Machtspielchen. Aber niemand so virtuos wie Alonso. Der Spanier platzt nach seinem Sieg in China vor Selbstbewusstsein und feuert genüsslich Nadelstiche in Richtung Vettel.
Sein jüngstes Abendessen mit Webber, beide machen aus ihrer Abneigung gegen Vettel keinen Hehl, ist nur ein weiterer Beleg in einer langen Liste von Provokationen. „Gefahr ist immer dann im Verzug, wenn alles ruhig erscheint“, teilte er noch mit.
Vettel versucht, trotz des ganzen Wirbels gelassen zu bleiben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das Foto von Alonso und Webber im Kurznachrichtendienst Twitter habe er auch noch nicht gesehen. „Wir alle müssen essen. Und alleine wäre es ja langweilig“, sagte er und fügte mit einem Grinsen hinzu: „Aber ich wäre lieber nicht dabei gewesen.“
Er konzentriere sich nur auf sich, meinte Vettel. „Das Potenzial des Wagens ist da, wir müssen es nur schaffen, es aus dem Fahrzeug herauszukitzeln“, sagte 25-Jährige. Das hätten die Konkurrenten zuletzt einfach besser gemacht.
Als es um die Kritik an der Austragung des Rennens ging, wurde der gut gelaunte Heppenheimer ganz ernst. „Dass die Lage angespannt ist, ist kein Geheimnis“, sagte Vettel. Ablenken lassen will er sich davon aber nicht: „Wir sind wegen des Sports hier und nicht, um bei der Politik mitzumischen.“
Oppositionelle haben in dem autoritären Golf-Staat zu den größten Protesten seit langem aufgerufen. Sie wollen gegen die „Unterdrückung der Menschen“ in Bahrain demonstrieren. Es kam bereits zu Ausschreitungen.
