Shanghai/Stuttgart - Hauskrach, Verschwörungstheorien und Wechselgerüchte: Der Wirbel um Sebastian Vettels Formel-1-Stallrivalen Mark Webber nimmt kein Ende. Die angebliche Flucht des frustrierten Australiers von Red Bull zu Porsche nach Saisonende ist allerdings wohl noch längst nicht beschlossene Sache. Entsprechende Medienberichte seien „faktisch falsch“, sagte Porsche-Sprecher Oliver Hilger am Montag.

Seit Wochen wird spekuliert, Webber werde im kommenden Jahr ins ambitionierte Sportwagenprogramm des Autobauers aus Stuttgart-Zuffenhausen wechseln. Er habe nach dem Eklat von Malaysia, als ihn Vettel gegen die Teamorder überholt und ihm so den Sieg weggeschnappt hatte, sowie seiner Pannenserie in China seinen Abschied von Red Bull beschlossen.

Porsche betonte hingegen, vorerst mit seinem eigenen Stamm von zehn Fahrern für das neue Sportwagen-Projekt zu planen. Das Fahrerthema sei für Porsche derzeit „kein vordringliches“, erklärte Hilger. Erst später im Jahr wolle der Autobauer entscheiden, ob noch Fahrer von außen verpflichtet werden.

Dementieren musste auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner. In Shanghai war der Verdacht aufgekommen, der Rennstall habe das Rennen des Vettel-Kollegen sabotiert. „Das ist kompletter Blödsinn“, stellte Horner klar. „Vergessen Sie das Gerede von einer Verschwörung.“

Webber hatte am Wochenende auffallend viel Pech gehabt und damit Verschwörungsfantasien beflügelt. Die Theorie: Red Bull hätte im Streit zwischen ihm und Vettel durch Sabotage am Wagen des 36-Jährigen eine Konfrontation der Rivalen auf der Strecke unterbinden wollen. Webber selbst gab sich mit den Erklärungen zufrieden: „Ich will mich da in nichts verrennen.“