Shanghai - Der Fehlstart von Pascal Wehrlein lässt auch Toto Wolff alles andere als kalt. „Ich fühle mit Pascal, da er so viel Pech hatte“, sagte der Mercedes-Motorsportchef vor dem Großen Preis von China an diesem Sonntag (8 Uhr/RTL) – immer noch in dem Glauben, Wehrlein würde in Shanghai endlich wieder hinter dem Lenkrad seines Sauber-Boliden sitzen. Doch daraus wird wieder nichts. Der 22-Jährige verpasst nach dem Saisonstart in Australien auch das zweite Rennen der Formel-1-Saison im Reich der Mitte. Mindestens. Wehrlein hatte sich im diesjährigen „Race of Champions“ in Miami eine folgenschwere Nackenverletzung zugezogen.
„Das Wichtigste ist für mich, dass ich sehr hart und intensiv trainieren kann, um meine Leistung so schnell wie möglich hundertprozentig abrufen zu können. So bin ich dann gut vorbereitet für meinen ersten vollumfänglichen Grand-Prix-Einsatz für das Sauber-Team“, sagte Wehrlein in einer Pressemitteilung seines Rennstalls.
Wann der Worndorfer sein Comeback gibt, ist offen: „Ich hoffe, dass dies bereits in Bahrain der Fall sein wird. Spätestens für den Großen Preis von Russland sollte ich aber wieder in bester körperlicher Verfassung sein.“ Das Rennen in Sotschi steigt am 30. April.
Wehrleins Startverzicht gibt einige Rätsel auf. Immerhin hatte der für seine Vorsicht bekannte Automobil-Weltverband FIA dem gelernten Feinmechaniker schon am 23. März nach einer ärztlichen Untersuchung die Starterlaubnis für das erste Rennen in Melbourne erteilt. Und seit einiger Zeit arbeitet er mit dem ehemaligen Physiotherapeuten des legendären Ayrton Senna an seiner Fitness.
Wehrlein gilt in der Szene als großes Talent, doch seit einigen Monaten ist die rasante Karriere ins Stocken geraten. Sein Fehlen bringt ihn im internen Wettbewerb mit Stallrivale Marcus Ericsson und Ferrari-Schützling Antonio Giovinazzi, der nach einer fehlerlosen Vorstellung in Melbourne auf Rang zwölf raste, immer weiter ins Hintertreffen.
Pikant an der Fahrerkonstellation ist, dass Sauber von der Scuderia seine Motoren bezieht und daher an einem guten Verhältnis zu den Italienern interessiert sein muss. Eine Beförderung Giovinazzis zum Stammpiloten anstelle von Wehrlein erscheint daher keineswegs ausgeschlossen, auch wenn Wolff fest zu seinem Mercedes-Junior hält. Wehrlein muss aber schleunigst zurückkehren, will er nicht ins Abseits geraten.
