Wilhelmshaven - Sonne, Bratwurst und Musik – man könnte meinen, es sei ein Fest wie jedes andere. Hinter dem bunten Treiben verbirgt sich der Sozialpsychiatrische Tag im Pumpwerk und die Jubiläumsfeier eines Gesetzes.
Vor genau 15 Jahren führten Änderungen im Niedersächsischen Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke dazu, dass alle Landkreise und kreisfreien Städte Niedersachsens Sozialpsychiatrische Verbünde zu gründen hatten. Ihre Aufgabe sollte sein, regelmäßig die Anbieter von Hilfen für Menschen mit psychischen Erkrankungen an einen Tisch zu holen, um Hilfen abzustimmen, die angemessene Versorgung der Betroffenen sicherzustellen und den Bedarf an Maßnahmen im Auge zu haben.
An diesem Freitag, 7. September, findet unter dem Motto „Lebenswelten – zwischen Selbsthilfe und professioneller Unterstützung“ der Tag der Sozialpsychiatrie im und am Pumpwerk Wilhelmshaven statt. Zusätzlich gibt es bis zum 14. September im Obergeschoss der Nordseepassage eine Bilderausstellung. Der Tag der Sozialpsychiatrie im Pumpwerk bietet Anregung und Unterhaltung für Betroffene, Angehörige und den interessierten Laien gleichermaßen.
Um 11 Uhr beginnt der offizielle Teil mit einem Vortrag von Rüdiger Bangen, Mitglied der Niedersächsischen Besuchskommission Weser-Ems Nord. Er wird über die Entwicklung sozialpsychiatrischer Arbeit im Bereich Weser-Ems referieren. Im Anschluss hält Professor Dr. Dr. Klaus Dörner einen Vortrag über „Sozialpsychiatrie: Aktueller Stand und Ausblick“.
Das Bühnenprogramm im Pumpwerks beschließt die Band „Ja Klar!“ mit einem eigens komponierten Lied. Die Gruppe ist ein Zusammenschluss junger Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Informationen gibt es zudem auf einem „Markt der Möglichkeiten“. Hier stellen sich Anbieter professioneller Hilfen für psychisch kranke Menschen vor, Selbsthilfegruppen präsentieren ihre Arbeit und Angehörige laden zum Austausch ein. Auf einer „Offenen Bühne“, begleitet vom U25-Team des SOS-Hilfeverbunds Wilhelmshaven und der Wilhelmshavener Musikinitiative, treten Akteure und Gruppen auf. Zum Beispiel beteiligt sich die Alzheimer-Gesellschaft am Programm mit einem Alzheimer-Tanzcafé.
Musik, Spiel und interaktive Angeboten runden das Programm ab. Wer sich plötzlich vor einer geheimnisvollen, mannshohen Kiste wiederfindet, hat die „Psychobox“ oder die „Depri-Kiste“ gefunden – was sich hinter diesen Namen verbirgt, darf jeder zwischen 11 und 16 Uhr selbst herausfinden. Mitmachen und Anfassen sind ausdrücklich erwünscht.
