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NWZonline.de Nachrichten Kultur Musik & Konzerte

Kolumne: Musikalische Lektüre

14.08.2019

Musik wird störend oft empfunden,/dieweil sie mit Geräusch verbunden.“ Wilhelm Buschs unwiderlegbarem Befund kann der Musikliebhaber heutzutage mittels Kopfhörern entgehen – oder durch Lektüre von Büchern, in denen es um Musik geht, zum Beispiel von Richard Powers großartigem Roman „Orfeo“. Ein genialischer Musiker will der DNA, den Grundlagen des Lebens also, ihre Musik ablauschen und gerät bei seinem faustischen Unterfangen in die Mühlen amerikanischer Geheimdienste: ein Thriller mit und über die Musik auf hohem literarischem Niveau. (Richard Powers: „Orfeo“, Fischer TB 18091, 12,-)

Wie Musik zu Sprache werden kann, erlebt man auch in António Lobo Antunes’ „Der Tod des Carlos Gardel“. Intensität und Wehmut, Schmelz und Erotik des Tangos grundieren die Geschichte einer zerbrechenden Familie in Lissabon. Da klagen Cellos und Geigen, ein Akkordeon blutet, und der legendäre argentinische Tangosänger Carlos Gardel singt, „als würde man bei jeder Note sterben“. (António Lobo Antunes: „Der Tod des Carlos Gardel“, btb 73626, 12,-)

Zur Zeit des Mauerfalls und der Jahre danach vibrierte die Berliner Musikszene im Technosound. Paul Beatty, der aus der New Yorker Slam-Poetry-Szene kommt, schickt in seinem Roman „Slumberland“ einen schwarzen DJ aus New York nach Berlin, um dort einen abgetauchten Jazzmusiker aufzuspüren. Er erlebt ein nicht nur musikalisch brodelndes, aufregendes Deutschland, das sich noch daran erinnert, wie die gefallene Mauer auf der Ostseite anders als im Westen geklungen hatte. (Paul Beatty: „Slumberland“, btb 71667, 10,-)

Musik ist bekanntlich auch ein Erinnerungsmedium erster Güte. Laura Barnetts Roman „Ein Leben aus leuchtenden Tagen“, der im Original „Greatest Hits“ heißt, erzählt die Geschichte einer erfolgreichen Sängerin und Komponistin, die plötzlich aus der Öffentlichkeit verschwindet. Zehn Jahre später stellt sie ein Album mit ihren persönlichsten Songs zusammen, und diese Songs liefern zugleich ihre Lebensgeschichte. Sie erzählen von unglücklicher Kindheit, von der Liebe und von dem ungeheuerlichen Ereignis, das ihre Karriere ins Wanken brachte. (Laura Barnett: „Ein Leben aus leuchtenden Tagen“, rororo 27323, 10,-)

Als Schlussakkord harmlose Lesekost: Wer die „Sister Act“-Filme gesehen hat oder sich gar noch an die singende Nonne Soeur Sourire erinnert, kennt das Rezept, mit dem fromme Nonnen zu Popstars gemacht werden. Die neusten Drei von der Schwankstelle heißen „Der göttliche Harem“. (Thomas Montasser: „Eine himmlische Katastrophe“, it 4711, 9,95)

Klaus Modick über Romane rund ums

Thema Musik

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