• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur Musik & Konzerte

Essayband: Von exotischen und literarischen Zielen

24.10.2011

MüNCHEN Martin Mosebach gehört zu den Romanautoren, die auch ganz anders können: Der Büchnerpreis-Träger beherrscht ein breites Spektrum an Textformen vom Gedicht bis zum Drehbuch, vom Opernlibretto bis zum Versdrama. Besonders intensiv hat sich der Schriftsteller dem Essay gewidmet. Ein umfangreicher, fast 500 Seiten dicker Band versammelt nun zahlreiche dieser Arbeiten unter dem Titel „Als das Reisen noch geholfen hat“. Wobei Reisen nicht im engen Sinn zu verstehen ist: Mosebach reist auch in die Literatur und nicht nur in fremde Länder.

Immer beobachtet er seine neue Umgebung mit staunendem Interesse, egal ob er in Shanghai bei einem Treffen mit Verlagsvertretern den Blick auf dunstumhüllte Hochhäuser schweifen lässt oder durch Kairo streift. Mosebach schildert seine Eindrücke aus der ägyptischen Hauptstadt, berichtet von Friedhöfen und Badehäusern und schreibt über Gespräche mit Zufallsbegegnungen vom Studenten bis zur Nonne.

Aber Mosebach geht es nicht darum, exotische Ziele vorzustellen. Wenn er Taschkent besucht, die „Stadt der schönsten Plattenbauten der Welt“, dann entwickeln sich seine Anmerkungen zur Architekturgeschichte schnell zum aufschlussreichen Porträt der usbekischen Hauptstadt.

Wie sehr ihn theologische und religionsgeschichtliche Fragen faszinieren, scheint ebenfalls immer wieder durch – wie überhaupt seine Essays von immenser Bildung zeugen und für diejenigen kaum genießbar sein dürften, die Ovid und Horaz genauso wenig abgewinnen können wie Heimito von Doderer.

Viele der Essays nehmen Bezug zur Literatur. Dem Autor liegt an unterschätzten Kollegen, wie seine Würdigung Walter Kempowskis zeigt. Und er hat ein Talent, die Stärken anderer Autoren zu schildern, wie in seiner Rede auf Robert Gernhardt. All das findet sich in dem Buch und noch etliches mehr.

Mosebach-Liebhaber aber seien gewarnt: Muntere Bettlektüre ist Mosebachs essayistisches Werk nicht gerade.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.