[/VORSPAUTOR][AUTOR] - HAMBURG - „Ihr müsst brennen, Männer!“ So spornte der legendäre Sepp Herberger angeblich seine Spieler an, und die vollbrachten dann nach bitteren Niederlagen das Wunder von Bern. Man muss schon etwas riskieren im Fußball, mit Leidenschaft und Herzblut dabei sein, auf dem Platz und im Leben. Dies gilt auch für die Bücher, die zur WM erscheinen.

Das Herz des Fußballs schlägt in Lateiamerika. In Buenos Aires gibt es 37 Profivereine, die in drei Profiligen auflaufen. In der ersten argentinischen Liga stammen 13 von 20 Mannschaften aus Buenos Aires, in der dritten Liga sogar 17 von 21 Teams. Diese Informationen stammmen aus Christoph Biermanns großartigem Kompendium „Fast alles über Fußball“. Der Titel ist keine Übertreibung. In dem kompakten Handbuch findet der Leser unglaublich viele interessante Fakten – von Mehmet Scholls Verletzungen bis zu den Schuhgrößen von Pelé und Lothar Matthäus.

Ebenso informativ wie unterhaltsam kommt der Band „fußball: kurios“ daher. Heike Barnitzke und Oliver Noelle haben eine Menge Anekdoten zusammengetragen. Wird im Vatikan Fußball gespielt? Waren die Helden von Bern gedopt? Wer hat die „Standardsituation“ erfunden? Auf diese und viele Fragen mehr gibt es Antworten. Von philosophischer Seite dribbelt sich Jean-Paul Satre mit einem genialen Zitat ganz nach vorn: „Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft“.

In „Nullkommafünfzunull“ deckt Wolfgang Hars kenntnisreich die „wundersamsten Fußball-Irrtümer und Legenden“ auf. Die schönste Geschichte ist eben das 0,5:0 in einem Spiel in Brasilien in den 40er-Jahren. Beim Elfmeter löste sich die Naht des Balls, nur die Luftblase flog ins Tor, nicht aber das Leder. So entstand das halbe Tor. Und selbst wenn die Geschichte nicht stimmt, ist sie doch sehr gut erfunden.

Was passieren kann, wenn der zehnjährige Sohn Fußballprofi werden will, darüber macht sich Hajo Schumacher in „Papa, wie lang sind 90 Minuten?“ so seine satirischen Gedanken. Ein amüsanter Leidensbericht von der rauen Front der F-Jugend, mit schönen Seitenhieben auf gestylte VIP-Lounges und wenig vorbildhafte Fußballprofis.

Kontemplativ gibt sich dagegen Ludwig Harig mit seinen Fußballsonetten, die in dem samtgrünen Band „Die Wahrheit ist auf dem Platz“ versammelt sind. Auf flinkem Versfuß besingt der Dichter Welt-und Europameisterschaften, Championsleague- und Freundschaftsspiele.